Briefverteilzentrum in Hamburg | Bildquelle: picture alliance / dpa

Umbau bei der Deutschen Post Gesamtbetrieb mit Billigtochter geplant

Stand: 12.03.2018 14:09 Uhr

Die Deutsche Post plant laut einem Bericht einen großen Umbau: In einem neuen Gesamtbetrieb sollen Angestellte direkt mit Kollegen der Billig-Tochter Delivery zusammenarbeiten. Die Gewerkschaften sind alarmiert.

Die Deutsche Post bereitet offenbar einen großen Umbau vor. Wie die "Welt" berichtet, gründet der Konzern gerade einen neuen Gesamtbetrieb für die Zustellung von Briefen und Paketen. Demnach sollen die nach Haustarifvertrag angestellten Mitarbeiter der Deutschen Post Aktiengesellschaft künftig unmittelbar mit den Kollegen der vor zwei Jahren gegründeten Billig-Tochterfirma Delivery zusammenarbeiten. Nach Informationen der "Welt" soll dies bereits zum 1. Mai umgesetzt werden.

Unter dem Dach von ein und derselben Postniederlassung sollen dann Kollegen mit unterschiedlichen Stundenlöhnen, Wochenarbeitszeiten oder auch Pausenzeiten tätig sein, wie die Zeitung berichtete. Die Gewerkschaften sehen dahinter das Ziel des Managements, Löhne und Arbeitsbedingungen verschlechtern zu wollen. "Wir befürchten, dass das Lohnniveau bei der Post auf Dauer abgesenkt werden soll", sagte die Bundesvorsitzende der Fachgewerkschaft DPVKOM, Christina Dahlhaus, der "Welt". Dies sei ein "Einstieg in die weitere Aushöhlung der Tarifverträge der Deutschen Post AG".

Auch ver.di lehnt den Umbau des Unternehmens ab. Die Überlegungen seien "tarifpolitisch äußerst brisant", sagte die stellvertretende Gewerkschaftsvorsitzende Anrea Kocsis.

Deutsche Post plant Gesamtbetrieb mit Billigtochter Delivery
tagesschau 14:00 Uhr, 12.03.2018, Jens Eberl, WDR

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Delivery-Mitarbeiter nicht nach Haustarif bezahlt

Im Jahr 2015 war es dem Management trotz des bislang größten Tarifstreits mit mehr als zwei Monaten Dauerstreik gelungen, die Gründung einer Tochterfirma mit Namen Delivery durchzusetzen. In dieser Firma arbeiten dem Bericht zufolge mittlerweile rund 10.000 Beschäftigte, sie stellen täglich mehr als eine Million Pakete in Deutschland zu. Doch anders als ihre Kollegen in der Deutschen Post AG werden sie nicht nach dem Haustarif bezahlt, sondern nach den regional unterschiedlichen Bedingungen des Logistik- und Speditionsgewerbes. Im Durchschnitt liegen diese Löhne laut "Welt" um etwa ein Viertel niedriger.

Damals legte das Postmanagement Wert darauf, dass beide Firmen strikt voneinander getrennt arbeiten. Das galt für die Fahrzeuge über die Kleidung bis hin zu den Pausenräumen. Diese Trennung soll dem Bericht zufolge nun beendet werden. In einem vertraulichen Manuskript der Deutschen Post wird darauf hingewiesen, dass die Arbeitsbedingungen unverändert bleiben. "Für die Beschäftigten kommen weiterhin die Tarifverträge der Deutschen Post AG beziehungsweise Spedition-Logistik zur Anwendung", zitiert die "Welt" aus dem inoffiziellen Papier.

Eine Mitarbeiterin der Deutschen Post trägt eine Kiste mit Briefen | Bildquelle: dpa
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Die Deutsche Post bereitet offenbar einen großen Umbau vor.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. März 2018 um 06:00 Uhr in den Nachrichten.

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