Steuerhinterziehung mit CO2-Zertifikaten "Banker müssen mit Haftstrafen rechnen"

Stand: 15.02.2016 15:32 Uhr

Die Mitarbeiter der Deutschen Bank hätten den illegalen Charakter der CO2-Geschäfte erkennen müssen, sagt ARD-Korrespondentin Sandra Scheuring - schließlich waren sie Experten auf dem Gebiet. Zudem gab es Hinweise von Ermittlern. Die Banker können deshalb nicht auf Bewährungsstrafen hoffen.

Es gebe viele Hinweise, dass die Bank-Mitarbeiter Bescheid wussten über die dubiosen Geschäftspraktiken, die ihnen zur Last gelegt werden, sagt ARD-Korrespondentin Sandra Scheuring. Die Banker kannten den Markt und die Preise für CO2-Zertifikate und hätten die Anbieter dieser Zertifikate nicht wirklich überprüft.

Dabei hätte es Hinweise gegeben: In einem ersten Prozess sagten die verurteilten Händler aus, sie seien bei mehreren anderen Instituten abgeblitzt - bei der Deutschen Bank aber mit offenen Armen empfangen worden. Erschwerend hinzu kommt, dass es bereits 2009 Warnungen aus Ermittlerkreisen vor Karussell-Geschäften mit Zertifikaten gab.

Sandra Scheuring, HR, über die Vorwürfe an die Mitarbeiter
tagesschau24 14:30 Uhr, 15.02.2016

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Deutsche Bank hat von Deals profitiert

Die Deutsche Bank sei zwar nicht als Institut angeklagt - sie habe aber sehr wohl damals von den Geschäften profitiert, so Scheuring. Die billigen Zertifikate habe sie mit Gewinn weiterverkauft. Davon habe sie Boni bezahlt, die auch den beschuldigten Mitarbeitern zugutekamen. Deshalb lautet die Anklage auch auf bandenmäßige Steuerhinterziehung.

Nach Einschätzung von Scheuring müssen die Angeklagten deshalb nicht nur mit Bewährungs- sondern durchaus mit Haftstrafen rechnen. "Für die Bankenbranche ist das eine Zeitenwende", so Scheuring. "Vor ein paar Jahren hätte es niemand für mögliche gehalten, dass Mitarbeitern der Deutschen Bank Haftstrafen drohen."

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