Die Hochhäuser der Deutschen Bank in Frankfurt am Main | Bildquelle: REUTERS

US-Hypothekengeschäfte Deutsche Bank und Credit Suisse müssen zahlen

Stand: 23.12.2016 09:22 Uhr

Wegen Kundentäuschungen im US-Hypothekengeschäft muss die Deutsche Bank insgesamt 7,2 Milliarden Dollar zahlen. Darauf einigte sich das Geldhaus in einem Vergleich mit den US-Behörden. Eine massive Strafzahlung akzeptierte auch die Credit Suisse.

Die Deutsche Bank hat ihren Streit mit den US-Behörden über faule Hypothekenpapiere mit einer Strafzahlung von 3,1 Milliarden Dollar beigelegt. Das Geldhaus gab den mit Spannung erwarteten Vergleich in der Nacht bekannt. Hinzu kommen noch 4,1 Milliarden Dollar für Kundenhilfen in den USA.

Insgesamt zahlt die Deutsche Bank damit 7,2 Milliarden Dollar. Für alle Rechtsstreitigkeiten zusammen hatte das Geldhaus zuletzt jedoch nur 5,9 Milliarden Euro zurückgelegt.

Deutsche Bank einigt sich in einem Vergleich mit US-Behörden
tagesschau 20:00 Uhr, 23.12.2016, Stefan Jäger, HR

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Ursprünglich hatte das US-Justizministerium eine Rekordsumme von 14 Milliarden Dollar aufgerufen. Das hatte an den Finanzmärkten zeitweise für große Verunsicherung gesorgt. Denn die Reserven der Bank, die mitten in der Sanierung steckt, sind knapp und die Kapitaldecke ist im Vergleich zu vielen Rivalen dünn.

Einigung noch vorläufig

Die jetzige Einigung zur Beilegung zivilrechtlicher Ansprüche gegen die Bank ist noch vorläufig. Sie wird das Ergebnis des Dax-Konzerns im laufenden vierten Quartal aber bereits belasten - vor Steuern mit 1,17 Milliarden Dollar. "Ob die Erleichterungen für Verbraucher finanzielle Auswirkungen haben, hängt von den endgültigen Bedingungen des Vergleichs ab. Derzeit wird daraus kein wesentlicher Einfluss auf das Ergebnis des Geschäftsjahres 2016 erwartet."

Drei weitere Fälle zu den Akten legen

Der Hypothekenstreit ist eine der größten Altlasten der Deutschen Bank. Die Aufsichtsbehörden sehen es als erwiesen an, dass das Institut vor der Finanzkrise auf dem amerikanischen Immobilienmarkt trickste: Es bündelte faule Hypotheken in hochkomplexe Wertpapiere, die in der Krise auf einen Schlag wertlos wurden und bei vielen Anlegern zu hohen Verlusten führten. Viele andere Großbanken haben ähnlich dubiose Geschäfte gemacht, sich aber auch früher mit den Behörden verglichen.

Neben dem Hypothekenstreit will die Deutsche Bank zeitnah drei weitere große Fälle zu den Akten legen, die viel Geld kosten könnten: der Geldwäsche-Skandal in Russland, mutmaßliche Sanktionsverstöße bei Iran-Geschäften und Manipulationen auf dem billionenschweren Devisenmarkt.

Eingang der Credit Suisse in Zürich
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Eingang der Credit Suisse in Zürich. Auch die zweitgrößte eidgenössische Bank muss Milliarden in den USA zahlen.

Auch Credit Suisse muss zahlen

Neben der Deutschen Bank einigte sich auch die Credit Suisse auf einen Vergleich mit den US-Behörden. Auch in diesem Rechtsstreit ging es um Hypothekengeschäfte in den USA.

Die nach der UBS zweitgrößte Schweizer Bank muss nach eigenen Angaben rund 5,3 Milliarden Dollar zahlen, um das Thema abhaken zu können. Die Zahlung setze sich zusammen aus einem Bußgeld von 2,48 Milliarden Dollar und Entschädigungszahlungen für die Verbraucher von 2,8 Milliarden Dollar. Die Entschädigungen sollen über einen Zeitraum von fünf Jahren entrichtet werden. Der mit dem US-Justizministerium ausgehandelte Vergleich müsse noch unterschrieben und vom Credit-Suisse-Verwaltungsrat genehmigt werden.

US-Behörden werfen einer ganzen Reihe von Großbanken vor, Investoren jahrelang über die Risiken von hypothekenbesicherten Wertpapieren getäuscht zu haben. Die Käufer dieser komplexen Anlageprodukte erlitten Milliardenverluste, als der US-Immobilienmarkt kollabierte.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. Dezember 2016 um 10:00 Uhr.

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