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Stolz bei Auto-Show in Detroit
Die "Motor-City" ist zurück
Detroit gibt wieder Gas. Die US-Autoindustrie hat sich erholt und auf der Internationalen Auto-Show in der "Motor-Stadt" ist eine Mischung aus Euphorie und Stolz spürbar. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung kehrt auch bei vielen Amerikanern die Freude an Pferdestärken zurück.
Von Martin Ganslmeier, NDR-Hörfunkkorrespondent Washington, zzt. Detroit
2009 stand die amerikanische Autoindustrie vor dem Abgrund: General Motors und Chrysler waren pleite. Jeder dritte Beschäftigte in der Autoindustrie verlor seinen Job. Nur durch ein staatliches Rettungspaket über 85 Milliarden Dollar konnten die beiden Unternehmen gerettet werden. In der "Motor-Stadt" Detroit herrschte damals Endzeitstimmung.
Heute - vier Jahre später - hat sich die US-Autoindustrie wieder erholt. Und auf der Internationalen Auto-Show in Detroit ist eine Mischung aus Euphorie und Stolz spürbar.
Die "Comeback-Story" von Detroit
M. Ganslmeier, NDR Washington
16.01.2013 05:18 Uhr
"Diese Produkte sind Weltklasse"
Der Gouverneur von Michigan, Rick Snyder, ist ein zurückhaltender Banker, der nicht zu Gefühlsausbrüchen neigt. Seine Republikanische Partei war vor vier Jahren gegen die staatliche Rettung der Autoindustrie. Aber als Snyder durch die Messehalle der Autoshow in Detroit ging, schien ihm das Herz aufzugehen: "Das ist eine große Comeback-Story. Diese Produkte sind Weltklasse und wir sind sehr stolz, dass Detroit wieder Mittelpunkt der Autoindustrie ist."
Die drei großen US-Autohersteller General Motors, Ford und Chrysler, haben im vergangenen Jahr fast 15 Millionen Autos verkauft: das beste Ergebnis seit 2007. Zum ersten Mal seit acht Jahren konnten alle drei Unternehmen satte Gewinne einfahren. Das Comeback sicherte Präsident Barack Obama die Wiederwahl: "Unsere Autoindustrie kann es wieder mit jedem Autohersteller in der Welt aufnehmen", hatte Obama im Wahlkampf stets betont.
General Motors schuf 10.000 neue Jobs
Für Obama wurde die Rettung der Autoindustrie zum Musterbeispiel für Reindustrialisierung. Die bankrotten Autohersteller hatte er verpflichtet, Arbeitsplätze wieder in Amerika zu schaffen. Die Gewerkschaften akzeptierten niedrigere Einstiegslöhne. Seither schuf General Motors fast 10.000 neue Jobs in den USA. Vier Fünftel der staatlichen Rettungsmilliarden sind mittlerweile zurückgezahlt. GM steht wieder für "General Motors" und nicht mehr für "Government Motors".
"Jeder hier spürt die Aufbruchsstimmung", freut sich Rod Alberts, der Messechef der Auto Show: "Detroit lag vor vier Jahren am Boden und ist jetzt wieder da. Die Eine-Billion-Dollar-Autoindustrie wirkt sich auf die gesamte Wirtschaft aus."
"Made in Detroit" ist zum Markenzeichen für die Rückkehr outgesourcter Jobs geworden. Wenngleich die Stadt immer noch ein schwerkranker Patient ist. Die einstige Zwei-Millionen-Metropole ist auf 700.000 Einwohner geschrumpft. Ganze Stadtteile sind heruntergekommen. Doch die guten Aussichten für die heimische Autoindustrie lässt die Bürger wieder hoffen.
Das Geschäft boomt wieder
"Man kann es gar nicht vergleichen", meint Robert Hegbloom, "so groß ist der Unterschied zu 2010". Hegbloom hat noch einen weiteren Grund zur Freude: Er arbeitet bei Chrysler in der Sparte Pick-up-Trucks. In den Krisenjahren wurden die Benzin-Schlucker zum Ladenhüter. Doch jetzt boomt das Geschäft wieder.
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung kehrt bei vielen Amerikanern die Freude an Pferdestärken zurück. Auch wenn die heutigen Trucks und SUVs nicht mehr so viel Sprit wie früher schlucken - grüne Technologie und Elektrofahrzeuge spielten in diesem Jahr auf der Auto Show nur eine Nebenrolle. Stattdessen gibt es großes Interesse an leistungsfähigen Motoren und Sportwagen, sagt Messechef Alberts. Passend dazu hat General Motors erstmals nach neun Jahren wieder ein neues Modell des legendären Sportwagens Corvette vorgestellt. Die Motor-City Detroit gibt also in mehrfacher Hinsicht wieder Gas.
Stand: 16.01.2013 05:46 Uhr
