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30.05.2012

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Wirtschaft
Automesse in Detroit: Die Deutschen propagieren den Diesel
Automesse in Detroit

Die Deutschen propagieren den Diesel

Er stinkt und lärmt - so das gängige Vorurteil der Amerikaner gegenüber dem Dieselmotor. Diese Antriebstechnik aber ist bei den deutschen Autoherstellern sehr beliebt, zudem sind sie auf diesem Gebiet führend. Auf der Automesse in Detroit werden sie nicht müde, ihre Dieselmotoren anzupreisen.

Von Klaus Kastan, BR-Hörfunkstudio Washington, zzt. Detroit

Detroit (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: In den USA eher die Ausnahme: der Dieselantrieb ]
Eins kann man den deutschen Autoherstellern nicht nachsagen: Dass sie schnell aufgeben. Seit Jahren versuchen sie gemeinsam, die amerikanischen Verbraucher von der modernen und relativ sauberen Dieseltechnologie zu überzeugen. Doch der große Erfolg blieb bisher aus. Auch auf der diesjährigen Autoshow in Detroit propagieren sie wieder ihre Dieselautos - nach dem Motto: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Matthias Wissmann, der Präsident des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie, zieht eine kleine Erfolgsbilanz: Jahr für Jahr verzeichneten die deutschen Hersteller auch mit Dieselfahrzeugen Zuwächse. Diesel-Antriebe haben laut Wissmann einen Marktanteil von 2,6 Prozent, davon gingen 100 Prozent auf das Konto der deutschen Hersteller.

Inzwischen auch an PKW-Zapfsäulen

Diesel ist der richtige Kraftstoff für Lastwagen, aber nicht für PKW, denkt immer noch die Mehrheit der Amerikaner. Jimmy Begin ist bei General Motors für die Entwicklung der Elektromotoren zuständig. Trotzdem ist er ein begeisterter Dieselanhänger. Warum seine Landsleute so schwer von dieser Technologie zu überzeugen sind? "Der typische amerikanische Durchschnittsbürger denkt, dass Diesel riecht und laut ist - und dass man ihn für Privatfahrzeuge nicht überall tanken kann. Doch das stimmt nicht. Im ganzen Land wird inzwischen Diesel auch an PKW-Zapfsäulen angeboten. Und ganz ehrlich: Die modernen Dieselmotoren sind viel effizienter als herkömmliche Benzinmotoren."

Audio: Autoshow Detroit: Deutsche Hersteller propagieren Dieselautos

AudioKlaus Kastan, BR-Hörfunkstudio Washington 10.01.2012 17:14 | 3'15
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US-Hersteller halten sich bei Diesel-Antrieb raus

Die amerikanischen Hersteller bieten keine Diesel-PKW an. Sie glauben nicht, dass diese Motoren sich auf dem US-Markt durchsetzen werden. Deshalb setzen sie für die Zukunft eher auf Hybrid- oder gleich auf Elektromotoren. Doch die Lobby der deutschen Autobauer lässt nicht locker. Immer wieder werben sie unter den Politikern in Washington für den Diesel-Antrieb "Made in Germany".

Steht der Siegeszug des Diesels noch bevor?

Senator Thomas R. Carper gehört im US-Kongress zu den wenigen Politikern, die dem Klimaschutz Priorität einräumen und die Dieseltechnologie unterstützen: "Ich war in meiner Partei einer der führenden Leute, die sich für Steuervorteile beim Kauf von Dieselautos ausgesprochen haben. Ich bin ein großer Anhänger dieser neuen Motoren, die weniger Schadstoffe ausstoßen", sagt er auf der Messe in Detroit. Langfristig, davon ist Senator Carper überzeugt, werde sich die Dieseltechnologie durchsetzen, denn diese Motoren hätten einen großen Vorteil: Sie sind besonders effizient auf langen Strecken.

Doch bis deutlich mehr Amerikaner auf Dieselautos umsteigen, ist es noch ein langer Weg, meint auch Klaus Draeger, Entwicklungsvorstand bei BMW. Aber ihr Anteil werde steigen. 15 bis 30 Prozent der in den USA verkauften Geländewagen X5 verfügten mittlerweile über einen Diesel-Antrieb.

Beim Diesel sind die Deutschen führend

Eines ist klar: Die deutschen Hersteller werden die Dieseltechnologie in den USA weiter propagieren. Denn sie haben dabei kaum etwas zu verlieren. Die Motoren sind bereits vorhanden - und bei Dieselautos sind die Deutschen absoluter Marktführer.

Stand: 10.01.2012 17:57 Uhr
 

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