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Der wegen seiner Datenschutzpolitik zuletzt in die Kritik geratene Internetriese Google will seinen Nutzern künftig eine bessere Kontrolle über die Informationen verschaffen, die diese ins Netz stellen. Einen Überblick über alle dort von einer Person gespeicherten Daten soll das "Google Dashboard" (englisch für "Armaturenbrett") bieten. Nutzer können damit relativ schnell und unkompliziert Dateneinstellungen für Dienste wie Google Mail oder YouTube vornehmen.
Die neue Anwendung können alle Inhaber eines Google-Kontos nutzen. Das Dashboard listet sämtliche Dienste auf, die der Kunde nutzt, und gibt ihm einen Überblick etwa über geschickte Mails, Chat-Beiträge oder hochgeladene Bilder. Parallel dazu hat der Nutzer über Links einen schnellen Zugriff auf seine Sicherheitseinstellungen in den jeweiligen Diensten.
[Bildunterschrift: Google will mit einem neuen Dashboard transparenter werden. ]
Bislang werden mehr als 20 Google-Dienste in der Anwendung erfasst, darunter neben Google Mail und dem Kalender auch das Videoportal YouTube und der Bilderdienst Picasa. Noch keinen Zugriff bietet das neue Werkzeug auf von Google gesammelte Informationen über die IP-Adresse, mit der Surfer im Internet eindeutig zu identifizieren ist.
Mit dem neuen Produkt wolle Google den Nutzern mehr "Transparenz und Kontrolle über ihre Daten" geben, sagte Wieland Holfelder, Leiter des Google-Entwicklungszentrums in München, wo das Dashboard maßgeblich entstand. Es sei wichtig, "dass sich Nutzer bewusst sind, welche Daten online sind und wie sie diese steuern könnten". Das Münchner Entwicklungszentrum von Google mit seinen mehr als 60 Mitarbeitern will sich laut Holfelder auch künftig verstärkt Datenschutz-Projekten widmen.
Auch das Online-Netzwerk "Facebook" will sich künftig um besseren Datenschutz bemühen. Seine Datenschutz-Erklärung soll verständlicher gemacht werden. Facebook - mit weltweit mehr als 300 Millionen registrierten Nutzern Marktführer - reagiert damit auf Kritik kanadischer Datenschützer.
[Bildunterschrift: Facebook überarbeitet seine Datenschutzrichtlinien. ]
"Unsere wichtigsten Ziele waren Transparenz und Lesbarkeit", sagte der zuständige Facebook-Manager Elliot Schrage. Daher habe man eine einfache Sprache verwendet und zur Verdeutlichung viele Beispiele genannt. Die kanadische Datenschutz-Beauftragte Jennifer Stoddart hatte im August bemängelt, dass die Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten "oft verwirrend und unvollständig" seien.
Das Unternehmen verdeutlicht in der Erklärung, dass es sich über Werbung finanziert. Es gestatte daher Werbetreibenden, ihre Anzeigen gezielt an Mitglieder mit bestimmten Merkmalen auszuliefern. Ein Fan von Madonna könne etwa Werbung für das neue Album der Künstlerin erhalten, nannte Schrage ein Beispiel. Dies geschehe jedoch nur mit Zustimmung der Nutzer und nur in anonymisierter Form.
Eine wesentliche inhaltliche Neuerung besteht darin, dass Facebook in den Richtlinien erstmals ausdrücklich erwähnt, Standortdaten der Nutzer verwenden zu wollen. Damit könnte das Netzwerk ortsbezogene Dienste anbieten und Werbung passend zum Beispiel zum Wohnort des jeweiligen Nutzers ausliefern, falls die Nutzer dem zustimmen.
Mit den Änderungen wollen sowohl Facebook als auch Google die massive Kritik von Datenschützern entkräften, die in der Vergangenheit aufgekommen war.
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