Seitenueberschrift
Auf Druck der US-Justiz
App-Anbieter sagen mehr Datenschutz zu
Die sechs größten App-Store-Betreiber haben sich auf Druck der US-amerikanischen Justiz dazu verpflichtet, die Privatsphäre von Nutzern verstärkt zu schützen. Dies teilte die Generalstaatsanwältin des Bundesstaates Kalifornien, Kamala Harris, mit.
Demnach traf die Behörde eine Vereinbarung mit Apple, Google, Microsoft, Research in Motion (RIM), Hewlett-Packard und Amazon. Alle Apps müssen demzufolge strengere Datenschutzstandards erfüllen. Davon würden auch User in anderen Staaten profitieren, erklärte Harris.
Die Anbieter verpflichteten sich unter anderem dazu, ihre Nutzer in Zukunft besser darüber zu informieren, welche persönlichen Daten einen auf ihrem Smartphone oder Tablet-Computer installierte App erfasst. Bislang geschehe dies nur in den seltensten Fällen, fügte Harris hinzu.
Kontrolle in einem halben Jahr
Außerdem müssen die Plattform-Betreiber einen Kanal für Nutzer-Beschwerden über mangelnden Datenschutz einrichten. In einem halben Jahr will sie mit den beteiligten Unternehmen über die bis dahin vorgenommene Umsetzung der neuen Vorgaben sprechen.
Erst vor Kurzem war bekannt geworden, dass die App des Online-Netzwerks Path die Adressbücher von iPhones anzapfte und die Daten zum Server des Unternehmens übertrug - ohne Wissen des Nutzers. Daraufhin gerieten auch weitere Apps in Verruf. Apple kündigte an, den Zugriff auf Kontaktlisten künftig nur noch mit ausdrücklicher Zustimmung des Nutzers zu ermöglichen.
Hersteller verpflichten sich zu mehr Kontrolle für Smartphone-Nutzer
tagesschau 17:00 Uhr, 23.02.2012, Svea Eckert, NDR
US-Regierung will Datenschutz im Netz verbessern
Unterdessen teilte die US-Regierung mit, sie wolle den Datenschutz im Internet verbessern. Geplant sei eine "Grundrechte-Charta für den Datenschutz". Diese sieht demnach unter anderem vor, dass Internetnutzer mit einem Klick verhindern können, dass Unternehmen ihre Spuren im Internet aufzeichnen und beispielsweise für personalisierte Werbung nutzen.
Akzeptieren wollen die Datenschutz-Charta den Angaben zufolge unter anderem Google, Microsoft, Yahoo und AOL. Überwacht werden sollen die Regeln demnach von der für Verbraucherschutz zuständigen Behörde FTC.
Stand: 23.02.2012 12:03 Uhr
