Ein Mann fährt ein selbstfahrendes Auto. (Archivbild) | Bildquelle: dpa

Daimler-Kooperation mit Bosch Selbstfahrende Autos in drei Jahren?

Stand: 04.04.2017 11:58 Uhr

Taxis ohne Fahrer und Autos, die zu ihrem Besitzer gefahren kommen: Die beiden Unternehmen Daimler und Bosch wollen genau das schon in wenigen Jahren realisiert haben. Dafür haben sich die beiden Konzerne nun zusammengeschlossen. Die Konkurrenz will mithalten.

Der Autobauer Daimler und sein Zulieferer Bosch wollen mit einem gemeinsamen Entwicklungsprojekt selbstfahrende Autos schneller in Serie bringen als bisher geplant. Ziel sei es, vollkommen autonom fahrende Autos für den Stadtverkehr bis zum Beginn des kommenden Jahrzehnts auf den Markt zu bringen, erklärten beide Unternehmen. Bisher waren der größte Zulieferer und der größte Premiumautobauer der Welt, die beide schon länger an der Technologie tüfteln, von Wagen ohne Fahrer am Lenkrad erst gegen 2030 ausgegangen.

Doch nun ermöglichten es der technische Fortschritt etwa bei Sensoren und die Aussicht auf lukrative Geschäftsmöglichkeiten, schneller voranzugehen, wie ein Daimler-Sprecher erläuterte. Um die hohen Kosten für die Technik des autonomen Fahrens einzuspielen, sind die Autohersteller auf der Suche nach Geschäftsmöglichkeiten über Mobilitätsdienste. So nannte Daimler-Entwicklungsvorstand Ola Källenius vor Kurzem Robotertaxis als Beispiel. Bis 2020 werde es dazu erste Prototypen geben, bis 2025 würden damit Geschäftsmodelle realisiert. "Wenn die Kosten runtergehen, könnte es in Serie gehen", ergänzte Källenius.

Das Auto kommt zum Fahrer

Ein anderes Beispiel ist die Verbesserung des stationsunabhängigen Car-Sharing, wo Daimler mit car2go bereits Marktführer ist. Der Passagier könnte sich das Auto zum gewünschten Zeitpunkt herbeiholen, statt in der Umgebung bis zum nächsten verfügbaren Auto zu marschieren. Die Autobauer liefern sich derzeit ein Wettrennen dabei, die Technik des computergesteuerten Fahrens weiterzuentwickeln.

Ein Mann fährt ein selbstfahrendes Auto. (Archivbild) | Bildquelle: dpa
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Autofahren, ohne selbst das Lenkrad bedienen zu müssen. Bald soll das möglich sein.

Auch BMW tüftelt

BMW hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, bis 2021 ein autonomes Serienmodell auf den Markt zu bringen. Wie der Entwicklungschef für vollautomatisiertes Fahren bei BMW, Elmar Frickenstein, kürzlich erklärte, seien bis dahin Modelle geplant, die ein zeitweises Loslassen des Steuers ermöglichen - im Fachjargon "Level-3"-Autonomie genannt. In der vierten Stufe kann sich der Fahrer zurücklehnen und muss nicht mehr eingreifen. Robotertaxis ganz ohne Fahrer sind "Level-5"-Fahrzeuge.

BMW-Manager Frickenstein sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Rande einer Konferenz von Bosch, sein Unternehmen werde autonome Fahrzeuge der Levels vier und fünf ebenfalls 2021 anbieten. Tesla erklärt, diese Technik bereits heute bieten zu können, insofern sie rechtlich zugelassen werde. Die Zeitpläne der Autobauer hängen nämlich auch noch von einem neuen Rechtsrahmen mit Haftungsregeln ab. Bisher sind dazu keine neuen internationalen Regeln und Gesetzesentwürfe in Arbeit.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 30. März 2017 um 22:15 Uhr.

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