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Apothekenkette CVS kauft Aetna Mega-Deal im US-Gesundheitssektor

Stand: 04.12.2017 03:36 Uhr

Die US-Apothekenkette CVS will ihr Angebot ausbauen - und kauft den Krankenversicherer Aetna. Um sich auf dem Versicherungsmarkt zu platzieren, zahlt der Pharmaziehändler knapp 60 Milliarden Euro. Es wäre eine der größten Übernahmen in der Branche seit langem.

Der US-Pharmaziehändler CVS hat den Kauf des Versicherungskonzerns Aetna verkündet. Die Apothekenkette wolle rund 69 Milliarden US-Dollar (58,17 Milliarden Euro) für die Übernahme bezahlen, bestätigte sie in einer Mitteilung. Mit dem Deal kann CVS weitere Leistungen im Gesundheitssektor anbieten und zugleich einen wichtigen Kunden behalten.

Es wäre eine der größten Übernahmen in der US-Gesundheitsbranche überhaupt. Der Abschluss muss noch von den US-Kartellbehörden genehmigt werden. Anfang 2017 hatte ein Bundesgericht untersagt, dass Aetna für 37 Milliarden Dollar den Rivalen Humana kauft. Grund waren Wettbewerbsbedenken.

Das Aetna-Logo
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Die jetzigen Aetna-Aktionäre werden dann 22 Prozent am neuen Gesamtunternehmen halten.

207 Dollar pro Aktie

Falls die Übernahme erfolgt, dürfte die Drogeriekette deutlich stärker als bisher in den Versicherungsmarkt und die Gesundheitsvorsorge einsteigen und mehr Kunden für sich gewinnen. Die einzelnen Filialen bieten bereits jetzt einige medizinische Dienstleistungen als Ergänzung zum Verkauf von verschreibungspflichtigen Medikamenten und anderen Medizinprodukten an. Ziel von CVS sind sogenannte One-Stop-Shops, bei denen Kunden und Patienten Beratung und Medikamente auf einmal bekommen. Unter anderem sind dort derzeit schon Grippeimpfungen oder die Behandlung von Nebenhöhlenentzündungen möglich.

Medien berichten, der Pharmaziehändler wolle pro Aetna-Aktie rund 207 Dollar zahlen - teils in bar und teils in eigenen Aktien. CVS Health betreibt mehr als 9700 Drogerien und 1100 Ambulanzen in den USA. Bei Aetna sind etwa 22 Millionen Menschen versichert. Ob die geplante Übernahme den Preis von verschreibungspflichtigen Medikamenten beeinflussen wird, ist unklar. Der neue Großkonzern könnte jedoch, so das Kalkül einiger Beobachter, Pharmakonzerne unter Druck setzen, Medikamentenpreise niedrig zu halten.

Konkurrenz von Amazon

Zudem würde CVS seine Position zu stärken, falls Amazon ins Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten einsteigen sollte. Seit Wochen wird im Gesundheitssektor über einen entsprechenden Schritt des Online-Versandhändlers spekuliert. Einem jüngsten Bericht zufolge soll Amazon in mindestens 12 US-Staaten eine Apothekenlizenz erteilt worden sein.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Dezember 2017 um 03:00 Uhr.

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