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Unternehmen soll Scheinversicherungen verkauft haben

Steuerfahndung bei deutschen Kunden der Credit Suisse

Steuerfahnder haben bundesweit Häuser und Wohnungen deutscher Kunden der Schweizer Bank Credit Suisse durchsucht. Ein Sprecher des rheinland-pfälzischen Finanzministeriums bestätigte der Nachrichtenagentur dpa einen entsprechenden Bericht des "Handelsblatts". Grund für die Aktion waren nach Informationen des Blatts neue Erkenntnisse über Scheinversicherungen, mit denen mehrere Milliarden Euro am deutschen Fiskus vorbeigeschleust worden seien. Die Koordination der Ermittlungen laufe über die Steuerfahndung Wuppertal.

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Die Bank rät ihren Kunden laut "Handelsblatt" im Zweifel zur Selbstanzeige.

Credit Suisse-Sprecher Marc Dosch sagte der Zeitung: "Wir haben Kunden geraten, Steuerexperten beizuziehen, um Steuersituationen zu überprüfen und gegebenenfalls eine Selbstanzeige vorzunehmen." Zur Zahl der Kunden und der Höhe des betroffenen Anlagevolumens machte er keine Angaben.

Die Zeitung schreibt weiter, betroffen seien rund 7000 Kunden, die meisten davon Deutsche. Die Höhe der unversteuerten Gelder schätzten Beteiligte auf mehrere Milliarden Euro. Im Schnitt gehe es um Anlagebeträge von 500.000 Euro, es gebe aber auch Einzelfälle von zwölf Millionen Euro und mehr.

Investieren mit vollem Risiko

Bei den Scheinversicherungen soll es sich um Produkte der Credit Suisse Life mit Sitz auf den Bermudas handeln, so das Blatt. Laut Insidern habe die Bank normale Konten als steuerfreie Versicherungen getarnt und so den Fiskus betrogen. Dosch hingegen bekräftigte: "Der Kunde hat unterschrieben, dass er die Steuersituation selber klären muss." Die entsprechenden Produkte würden, obwohl sie legal seien, deutschen Kunden nicht mehr angeboten.

Steuerrazzia bei deutschen Kunden der Schweizer Großbank Credit Suisse
tagesschau 16:00 Uhr, 11.07.2012, Kirsten Rulf, WDR

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Kritik an Steuerabkommen

Der Vorsitzende der Deutschen Steuergewerkschaft, Thomas Eigenthaler, erklärte, die neuen Vorwürfe seien ein weiterer "dunkler Schatten" auf dem geplanten Deutsch-Schweizer Steuerabkommen. "Das Verbringen von Schwarzgeld geht ungehindert weiter, das verschweigt Bundesfinanzminister Schäuble."

Ein Sprecher von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte, grundsätzlich sei weiter davon auszugehen, dass das Abkommen im Wesentlichen allen Fällen von Steuerbetrug einen Riegel vorschieben werde. Der SPD-FRaktionsvize Joachim Poß sagte dagegen, die neuen Vorwürfe müssten "jeden Befürworter des Abkommens ins Grübeln bringen".

Stand: 11.07.2012 17:19 Uhr

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