Commerzbank will bis zu 6000 Stellen streichen

Commerzbank (Bildquelle: dapd)

Teil des Sparprogramms

Commerzbank will bis zu 6000 Stellen streichen

Die Commerzbank will in den nächsten vier Jahren bis zu 6000 Stellen streichen. Im Zuge ihrer "strategischen Neuausrichtung" wolle die Bank Kosten sparen und gehe deswegen von einem Abbau von 4000 bis 6000 Vollzeitstellen bis zum Jahr 2016 aus, sagte eine Unternehmens-Sprecherin.

Martin Blessing (Bildquelle: dapd)
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Bei den Personalkosten soll es "größere Einschnitte" geben, kündigte Commerzbank-Vorstandschef Blessing schon im November an.

Zuletzt beschäftigte die Bank rund 56.000 Mitarbeiter in Deutschland und im Ausland. Vorstandschef Martin Blessing hatte den Stellenabbau bereits im November angekündigt, aber keine Größenordnung genannt. Er sagte damals nur: Es sei klar, dass es bei den Personalkosten "größere Einschnitte" geben werde. Zugleich wolle die Commerzbank mehr als zwei Milliarden Euro in ihr Kerngeschäft investieren.

Abbau betrifft In- und Ausland

Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di sind in Deutschland bis zu 4600 Stellen gefährdet. Das wären rund 15 Prozent des Personalbestands der Commerzbank AG im Inland. Der Schwerpunkt des Stellenabbaus dürfte im Privatkundengeschäft liegen. Kurzfristig könnten dort laut ver.di 1800 Arbeitsplätze wegfallen. Im Privatkundengeschäft gibt es bei der Commerzbank nach der Übernahme der Dresdner Bank vor einigen Jahren an vielen Stellen Überkapazitäten beim Personal.

Die Commerzbank-Tochter Comdirect und die polnische BRE Bank sind nach Unternehmensangaben nicht vom Stellenabbau betroffen. Zudem will die Commerzbank Arbeit an Billigstandorte auslagern. Die Pläne sind ebenfalls Teil des Sparprogramms.

Commerzbank will bis zu 6000 Stellen streichen
tagesthemen 22:15 Uhr, 24.01.2013, Oliver Feldforth, HR

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Das Ziel: "Multikanalbank"

Deutschlands zweitgrößte Bank will in den kommenden Jahren vor allem ihr Privatkundengeschäft modernisieren. Ziel des Unternehmens ist es, eine sogenannte "Multikanalbank" zu werden: Dabei will die Commerzbank im Kontakt mit den Kunden die Vorteile einer herkömmlichen Filialbank mit den Vorteilen von Online-Banken kombinieren und auch neue Kunden gewinnen.

Die Verhandlungen mit dem Gesamtbetriebsrat über die genaue Zahl der Stellenstreichungen sollen im Februar beginnen. Gestern waren Betriebsrat und Gewerkschaft ver.di über die Pläne informiert worden. Die Arbeitnehmervertretung kündigte massiven Widerstand gegen den geplanten Stellenabbau an. Ziel müsse es sein, dass der aktuell noch bis Ende des Jahres laufende Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen bis 2016 verlängert wird.

Commerzbank streicht bis zu 6000 Stellen
B. Scholtes, DLF
24.01.2013 13:56 Uhr

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Jobabbau auch bei HypoVereinsbank?

Deutsche Banken stehen vor allem im Privatkundengeschäft unter Druck. Das liegt auch an der harten Konkurrenz durch Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Auch die HypoVereinbank muss offenbar reagieren. Nach Angaben aus Bankenkreisen will das Institut in diesem Jahr bis zu 600 Arbeitsplätze streichen und mehr als zwölf Filialen dicht machen. Betroffen sein sollen bei der Tochter der italienischen UniCredit Insidern zufolge auch dort das schwächelnde Privatkundengeschäft sowie die Unternehmerbank. Zuletzt beschäftigte die Bank in Deutschland rund 17.000 Mitarbeiter und unterhielt etwa 780 Geschäftsstellen.

Die Postbank streicht ebenfalls hunderte Stellen. Auch die Muttergesellschaft Deutsche Bank hat Tausende Stellen außerhalb des Kerngeschäfts in Tochterfirmen ausgelagert.

Stand: 15.02.2013 11:30 Uhr

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