Archivbild der Clariant-Konzernzentrale im schweizerischen Muttenz. | Bildquelle: AFP

Neuer Chemieriese Schweizer Clariant fusioniert mit Huntsman

Stand: 22.05.2017 09:03 Uhr

Der Schweizer Spezialchemiehersteller Clariant will mit dem US-Chemiekonzern Huntsman fusionieren. Damit soll ein weltweit führendes Spezialchemieunternehmen entstehen. Der gemeinsame Umsatz wird sich auf rund 13,2 Milliarden US-Dollar belaufen.

Der Schweizer Chemiekonzern Clariant schließt sich mit dem texanischen Konkurrenten Huntsman zusammen. Angestrebt werde eine Fusion unter Gleichen, wobei Clariant am neuen Unternehmen 52 Prozent halten wird und Huntsman 48 Prozent. Eine entsprechende Vereinbarung sei von den Verwaltungsräten der beiden Firmen unterzeichnet worden, teilten die Unternehmen gemeinsam mit. Die Transaktion läuft über einen Aktientausch.

Die Fusion soll bis Ende des Jahres über die Bühne gehen - das Vorliegen entsprechender behördlicher Genehmigungen vorausgesetzt. Der Name des neuen Unternehmens soll HuntsmanClariant lauten. Der Konzernsitz wird in der Schweiz sein, während der operative Sitz in Texas angesiedelt wird. Der Wert des neuen Unternehmen wird auf rund 20 Milliarden US-Dollar beziffert, der gemeinsame Umsatz wird sich auf rund 13,2 Milliarden US-Dollar belaufen.

Clariant stand unter dem Druck von Investoren, einen Partner zu finden, um Kosten zu senken und das Wachstum anzukurbeln. Firmenchef Hariolf Kottmann baut den Konzern seit Jahren um. So trennte er sich 2012 von den Sparten für Textil- und Papierchemie.

Erweiterung der Produktpalette

Clariant entstand Ende der 1990er-Jahre aus Teilen der Schweizer Sandoz und des Hoechst Konzerns. Der aktuell weltweit größte Standort mit 1600 Mitarbeitern befindet sich im Industriepark Hoechst. Durch die Fusion könnte die Palette der hergestellten Chemikalien erweitert werden. Clariant stellt etwa Flugzeugenteisungsmittel und Farbpigmente her. Huntson produziert u.a. Grundstoffe für Farben, Textilien oder den Bau. Weil sich das Wachstum in der Chemiebranche insgesamt abschwächt, setzen viele europäische Unternehmen auf Übernahmen.

Die geplante Fusion ist derzeit einer von mehreren Zusammengängen in der Chemiebranche: Der Pharma- und Pflanzenschutzkonzern Bayer will den Saatgutkonzern Monsanto übernehmen. Geplant sind auch Fusionen des schweizerischen Agrochemiekonzerns Syngenta mit dem chinesischen Staatskonzern ChemChina und der US-Chemieriesen Dow Chemical und Dupont.

Mit Informationen von Dietrich Karl Mäurer, ARD-Studio Zürich

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 22. Mai 2017 um 11:00 Uhr in der Wirtschaft.

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