Hilfspaket für Zypern

März 2013 Rettungspaket für Zypern steht

Stand: 31.03.2013 16:02 Uhr

Im zweiten Anlauf ist das Rettungspaket für Zypern unter Dach und Fach. Nach der Ablehnung der ersten Fassung durch das zyprische Parlament wird tagelang verhandelt, bis die neue Fassung steht. Kleinsparer werden dabei verschont. Japan stoppt unterdessen die Rezession.

01. März 2013: Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone erreicht einen neuen Höchststand. Der Bundesrat unterstützt mit den Stimmen von SPD und Grünen eine Gesetzesinitiative zur Einführung eines Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde.

02. März 2013: In Portugal gehen Hunderttausende aus Protest gegen die Sparpolitik der Regierung auf die Straße.

03. März 2013: Bei einer Volksabstimmung sprechen sich mehr als zwei Drittel der Schweizer für eine gesetzliche Begrenzung von Managergehältern aus.

04. März 2013: Die EU kündigt nach dem Erfolg der Schweizer Volksabstimmung eine eigene Gesetzesinitiative zur Begrenzung von Managergehältern an. Die IG Metall geht mit einer Forderung nach 5,5 Prozent mehr Geld in die Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie.

05. März 2013: Zyperns neue Regierung stimmt der Forderung zu, die Geldwäschepraktiken der heimischen Banken von unabhängigen Experten prüfen zu lassen. Im Streit um die Begrenzung der Banker-Boni lassen die EU-Finanzminister den Briten im letzten Moment noch eine Hintertür zur Zustimmung offen.

06. März 2013: Die EU-Kommission verhängt gegen Microsoft ein Bußgeld von 561 Millionen Euro. Das Oberlandesgericht Düsseldorf kippt die Verordnungsregelung zur Befreiung stromintensiver Unternehmen von den Netzentgelten - die EU-Kommission leitet parallel gegen Deutschland ein Beihilfeverfahren in dieser Frage ein. Vattenfall kündigt an, 2500 Jobs zu streichen - davon 1500 in Deutschland. Für die 50.000 Ärzte an kommunalen Kliniken wird eine Lohnerhöhung um 2,6 Prozent für 2013 und um weitere 2,0 Prozent im Jahr 2014 vereinbart.

07. März 2013: Der niederländische Kabelnetzbetreiber Ziggo verpflichtet den scheidenden Telekom-Chef René Obermann ab 2013 als neuen Vorstandschef.

08. März 2013: Der US-Arbeitsmarkt erholt sich im Februar deutlich stärker als erwartet. Japan stoppt die Rezession.

09. März 2013: Bei den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder einigen sich Arbeitgeber und Gewerkschaften darauf, dass die Beschäftigten 2013 zunächst 2,65 Prozent und 2014 weitere 2,95 Prozent mehr Geld bekommen.

10. März 2013: Erneut demonstrieren Zehntausende Spanier gegen Kürzungen bei Sozialleistungen.

12. März 2013: Die Bundesbank meldet für 2012 einen Gewinn von 664 Millionen Euro - deutlich weniger als von der Bundesregierung eingeplant.

15. März 2013: Sparen ja, aber wachstumsfreundlich - auf diese Formel verständigen sich die EU-Staats- und Regierungschefs angesichts von sozialer Not und Rekordarbeitslosigkeit in den Euro-Krisenländern. Spaniens Schuldenberg wächst weiter - trotz des strikten Sparkurses. Portugal bekommt mehr Zeit zum Sparen. Erstmals seit zwei Jahren fällt die Inflation im Euroraum unter den EZB-Zielwert von knapp zwei Prozent.

16. März 2013: Die Euro-Finanzminister einigen sich auf ein Hilfspaket für Zypern; erstmals müssen sich Sparer an der Rettung beteiligen. Die reagieren geschockt auf die Zwangsabgabe und versuchen vergeblich, ihre Konten leerzuräumen.

17. März 2013: EU-Parlamentspräsident Schulz kritisiert die Zypern-Hilfen, Finanzminister Schäuble verteidigt die Beschlüsse. Zyperns Präsident will das EU-Rettungspaket nachverhandeln.

18. März 2013: Ökonomen warnen: Die Zypern-Abgabe könnte eine Bankenkrise auslösen. Das zyprische Parlament verschiebt die Abstimmung über das Hilfspaket, die Euro-Gruppe gibt dem Land mehr Spielraum.

19. März 2013: Nach den EU-Finanzministern einigen sich auch die EU-Staaten und das EU-Parlament auf eine gemeinsame Bankenaufsicht. Zypern will nun doch, dass Kleinsparer von der Zwangsabgabe verschont bleiben. Das zyprische Parlament lehnt die Zwangsabgabe auf Bankguthaben klar ab - und damit auch das mit der Eurogruppe ausgehandelte Rettungspaket.

20. März 2013: Nach dem Nein des Parlaments hofft Zypern auf Hilfe aus Moskau - und die zyprische Kirche bietet sich als Geldgeber an. Die SPD kritisiert das Vorgehen der Bundesregierung in der Zypern-Krise scharf.

21. März 2013: Die Deutsche Bahn schafft im Jahr 2012 einen Rekordgewinn. Die EZB erhöht den Druck auf Zypern, rasch einen Rettungsplan vorzulegen - andernfalls will sie die Notkreditlinien für den Bankensektor des Landes stoppen. Die Regierung in Nikosia einigt sich auf einen Finanzfonds.

22. März 2013: Das zyprische Parlament billigt eine Reihe von Maßnahmen des geplanten Rettungspakets.

25. März 2013: Nach stundenlangen Verhandlungen einigt sich Zypern mit den internationalen Geldgebern auf eine abgewandelte Fassung des Rettungspakets. Mit Aussagen, dass die Zypern-Rettung Modellcharakter haben könnte, sorgt Eurogruppenchef Dijsselbloem für heftige Diskussionen und korrigiert sich später.

26. März 2013: Entgegen den ursprünglichen Ankündigungen bleiben Zyperns Banken für zwei weitere Tage geschlossen - der Chef der Bank of Cyprus tritt zurück. Deutschland liegt bei den Arbeitskosten im EU-Vergleich auf dem achten Platz, bei den Lohnnebenkosten aber nur im hinteren Mittelfeld.

27. März 2013: Das zyprische Finanzministerium veröffentlicht die Einschränkungen für den Kapital- und Zahlungsverkehr, die nach der Öffnung der Banken am folgenden Tag gelten sollen. Bei der Bank of Cyprus wird der Vorstandschef entlassen. Die Aktionäre von EADS billigen auf einer Hauptversammlung die neue Eigentümerstruktur.

28. März 2013: Die zyprischen Banken öffnen nach einer zwölftägigen Zwangspause wieder - der befürchtete Ansturm der Kunden bleibt aus. Die Arbeitslosenzahl in Deutschland sinkt im März auf 3,98 Millionen und damit etwas weniger als zu dieser Jahreszeit üblich. Die OECD sagt in ihrer neuen Konjunkturprognose ein kräftiges Wachstum der deutschen Wirtschaft im ersten Halbjahr voraus.

29. März 2013: Schlechte Nachrichten aus Frankreich - das Haushaltsdefizit lag im vergangenen Jahr bei 4,8 Prozent. Das war höher als erwartet. Zyperns Regierung bestätigt: Man will Euroland bleiben.

30. März 2013: Die Großsparer bei der Bank of Cyprus stehen vor massiven Verlusten. Ihre Guthaben über 100.000 Euro werden zu einem Großteil eingezogen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. März 2013 um 20:00 Uhr.

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