Juli 2011 Neues Geld für Griechenland

Stand: 04.08.2011 17:15 Uhr

Nachdem das griechische Parlament das Sparprogramm gebilligt hat, fließt neues Geld: Die Euro-Finanzminister geben die nächste Kredittranche frei. Auch ein zweites Kreditpaket bekommt grünes Licht. Derweil ist eine Diskussion um die Rolle der Ratingagenturen in der Schuldenkrise entbrannt.

02. Juli 2011: Die Finanzminister der Euro-Zone geben die nächste Kredittranche für Griechenland frei. Derweil sucht Athen weiter nach einem Ausweg aus der Schuldenkrise - und damit nach Geldquellen.

03. Juli 2011: Griechenland wird nach Einschätzung von Eurogruppen-Chef Juncker im Zuge der Rettungsmaßnahmen einen Teil seiner Souveränität verlieren. Allerdings sei das Land "durch eigenes Verschulden" in diese Lage geraten.

04. Juli 2011: Dank der guten Konjunktur steigen auch die Autoverkäufe in Deutschland - im ersten Halbjahr 2011 um 10,5 Prozent auf mehr als 1,6 Millionen Neuzulassungen.

05. Juli 2011: Sind die Euro-Hilfen verfassungswidrig? Das Bundesverfassungsgericht befasst sich mit Klagen gegen Euro-Rettungsschirm und Griechenlandhilfe. Kanzlerin Merkel stellt das Urteil von Ratingagenturen in Frage und ruft dazu auf, auch auf die eigene Urteilsfähigkeit zu vertrauen. Als erste Ratingagentur senkt Moody's die Bonitätsnote Portugals auf Ramschstatus.

06. Juli 2011: An der Herabstufung der Kreditwürdigkeit Portugals und an der Praxis der Ratingagenturen hagelt es Kritik - besonders scharf von der EU-Kommission.

07. Juli 2011: Der Aufschwung bescherte deutschen Top-Managern im Jahr 2010 Gehaltszuwächse von über 20 Prozent, wie eine DWS-Studie belegt. Die EZB erhöht den Leitzins auf 1,5 Prozent. Bei der Pressekonferenz der EZB kritisiert EZB-Präsident Trichet auch die Rolle der Ratingagenturen in der Euro-Schuldenkrise.

08. Juli 2011: Die Stimmen mehren sich, die nach einer europäischen Ratingagentur als Gegengewicht zu den derzeit sehr umstrittenen drei großen US-Agenturen rufen. Der Bundesrat billigte nach langem Tauziehen eine Rechtsverordnung zur Bankenabgabe - und setzt einige Änderungen durch. In den USA steigt die Arbeitslosigkeit - und die Hoffnung auf eine Erholung der Konjunktur schwindet.

11. Juli 2011: Die Finanzminister der Eurogruppe beschließen die Stärkung des Euro-Rettungsschirms und Krediterleichterungen für die hoch verschuldeten Staaten. Die italienische Börsenaufsicht verschärft die Regeln für Leerverkäufe.

12. Juli 2011: Hamburg und Schleswig-Holstein einigen sich mit der EU-Kommission auf den Umbau der HSH Nordbank. Die EU-Finanzminister schließen bei ihrem Treffen fast keine Maßnahme mehr zur Rettung Griechenlands aus. Finanzminister Schäuble sagt, auch ein Schuldenerlass gehöre "in den Katalog der Überlegungen". Auch Eurobonds sind wieder in der Diskussion. Moody's stuft nun auch Irlands Kreditwürdigkeit herab - und erntet Kritik aus der EU.

13. Juli 2011: Chinas Wirtschaft boomt weiter - trotz Inflation, lahmender US-Konjunktur und europäischer Schuldenkrise.

14. Juli 2011: Der Druck auf die USA im Haushaltsstreit erhöht sich. Moody's droht mit einer Herabstufung - und auch der größte Gläubiger, China, macht sich Sorgen um die US-Finanzen. In Italien nimmt das Sparpaket der Regierung die erste Hürde; in Griechenland will die Regierung private Steuerfahnder zum Eintreiben von Forderungen einsetzen. Der europäische Bankenstresstest sorgt für einen Eklat - schon vor der Veröffentlichung der Ergebnisse: Die Helaba verbietet der Aufsichtsbehörde das Veröffentlichen von Ergebnissen, die Bekanntgabe der Resultate findet nun ohne sie statt.

15. Juli 2011: Beim zweiten europäischen Banken-Stresstest bestehen alle untersuchten deutschen Institute die Krisenszenarien, europaweit fallen allerdings acht Banken durch. Auch das italienische Abgeordnetenhaus spricht der Regierung das Vertrauen aus und macht damit den Weg für das Sparpaket frei. EU-Ratspräsident Van Rompuy beruft für die darauffolgende Woche einen Sondergipfel zur Schuldenkrise in der Eurozone und zum zweiten Hilfspaket für Griechenland ein. In den USA stellt Präsident Obama im Haushaltsstreit ein Ultimatum.

18. Juli 2011: Die EU-Kommission genehmigt die staatliche Rettungsaktion für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate.

19. Juli 2011: Der Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt nach der Rezession kommt nach neuesten Zahlen in erster Linie der Zeitarbeitsbranche zugute, während nur relativ wenige Normalarbeitsverhältnisse entstehen.

20. Juli 2011: Das Baseler Ausschuss und der Finanzstabilitätsrat stufen 28 Banken weltweit als systemrelevant ein. Die EU-Kommission legt eine Gesetzespaket zur Umsetzung der Basel-III-Regeln mit verschärften Eigenkapitalregeln der Banken vor. American Airlines vergibt den größten Auftrag der Luftfahrtgeschichte und bestellt 460 Maschinen bei Airbus und Boeing.

21. Juli 2011: Ein Sondergipfel der Euro-Staaten beschließt das zweite Hilfspaket für Griechenland mit einem Volumen von 109 Milliarden Euro. Zum ersten Mal sollen private Gläubiger einen freiwilligen Beitrag zur Finanzierung des Rettungspakets leisten. Zum Bündel der beschlossenen Maßnahmen zählen neben günstigeren Kreditkonditionen für Griechenland, Irland und Portugal auch erweiterte Aufgaben für den Rettungschirm EFSF.

22. Juli 2011: Verhaltene Zustimmung zum Gipfel-Ergebnis in Deutschland - aber auch Kritik an den vielen ungeklärten Detailfragen. Fitch wertet als erste der großen Ratingagenturen die Beteiligung privater Investoren als "teilweisen Zahlungsausfall".

25. Juli 2011: Die Ratingagentur Moody's stuft die Kreditwürdigkeit Griechenlands nach den Beschlüssen des Euro-Sondergipfels weiter herunter. Die irische Regierung findet neue Investoren, die Staatsanteile der Bank of Ireland kaufen.

27. Juli 2011: Die Ratingagentur Moody's stuft die Kreditwürdigkeit Zyperns herunter. Die Inflationsrate steigt im Juli auf 2,4 Prozent.

29. Juli 2011: Japan und die USA melden schwache Wachstumsraten.

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