Griechenlands Finanzminister Varoufakis

Februar 2015 Griechenland bekommt mehr Zeit

Stand: 02.03.2015 15:45 Uhr

Der neue griechische Finanzminister Varoufakis findet noch keine Lösung im Schuldenstreit mit den internationalen Gläubigern. Beide Seiten einigen sich aber schließlich darauf, das laufende Hilfsprogramm nochmals zu verlängern - um vier Monate.

02. Februar 2015: Das drängendste Problem der neue griechischen Regierung sind nicht die Staatsfinanzen - sondern die Banken, die ihren Zugang zu billigem EZB-Geld verlieren könnten. Wie lange halten die Institute noch durch? Finanzminister Varoufakis legt einen Zeitplan vor, demzufolge bis Ende Mai eine Lösung der Schuldenkrise gefunden werden soll - Ziel ist demnach eine Übereinkunft mit den internationalen Geldgebern.

03. Februar 2015: Griechenland rückt von der Forderung nach einem Schuldenschnitt ab. Stattdessen schlägt Finanzminister Varoufakis vor, die Kredite länger laufen zu lassen und die Zinsen zu senken. Die EU reagiert zurückhaltend auf die Idee. Die US-Ratingagentur Standard & Poor's muss wegen ihrer Verfehlungen in der Subprime-Krise 1,37 Milliarden Dollar Strafe zahlen. Einen entsprechenden Vergleich schließt das Unternehmen mit dem US-Justizministerium.

04. Februar 2015: Die EZB hebt ihre Sonderregeln für griechische Staatsanleihen auf. Damit können die Athener Geschäftsbanken ab dem 11. Februar die Papiere nicht mehr als Sicherheiten für frische Notenbank-Kredite verwenden. Der finanzielle Druck auf die Institute steigt.

05. Februar 2015: Die EU-Kommission erwartet für 2015 einen leichten Rückgang der Verbraucherpreise in Eurozone - und damit eine leichte Deflation.

06. Februar 2015: Siemens kündigt an, weltweit 7800 Stellen zu streichen, darunter 3300 in Deutschland.

07. Februar 2015: Nun droht den Griechen auch noch Ungemach vonseiten der Ratingagenturen. Standard & Poor's senkte die Bonitätsnote Athens von "B" auf "B-", auch Moody's drohte mit einer Herabstufung.

09. Februar 2015: Die deutschen Exporte erreichen 2014 mit 1133,6 Milliarden Euro eine neue Rekordmarke.

10. Februar 2015: Während Griechenland am finanziellen Abgrund steht, kommen aus Portugal positive Signale. Die Regierung in Lissabon kündigt an, Notkredite des Internationalen Währungsfonds in Höhe von 14 Milliarden Euro vorzeitig zurückzuzahlen.

11. Februar 2015: Ein Sondertreffen der Euro-Finanzminister mit dem griechischen Ressortchef Varoufakis zu einer möglichen Verlängerung des Hilfsprogramms bringt keine Einigung.

12. Februar 2015: Im Januar verfehlt Griechenland seine Haushaltziele - vor allem wegen deutlich gesunkener Steuereinnahmen.

13. Februar 2015: Die deutsche Wirtschaft ist zwischen Oktober und Dezember 2014 um 0,7 Prozent gewachsen. Die Rallye am deutschen Aktienmarkt geht scheinbar immer weiter. Der Dax springt erstmals über 11.000 Punkte.

14. Februar 2015: Die Ratingagentur Fitch senkt die Kreditwürdigkeit Österreichs von "AAA" auf "AA+". Damit bescheingt Fitch nur noch vier Euroländern eine Top-Bonität - nämlich Deutschland, Luxemburg, Finnland und den Niederlanden.

16. Februar 2015: Ein weiteres Treffen der Eurogruppe mit Griechenland bringt keine Einigung - den Vorschlag der Euro-Staaten, das Hilfsprogramm zu verlängern, weist die Regierung Tsipras als inakzeptabel zurück.

19. Februar 2015: Bei der Eurogruppe geht der griechische Antrag auf eine sechsmonatige Verlängerung der Kredithilfen ein - der Brief stößt aber in Deutschland und anderen Euro-Staaten auf Ablehnung, weil die Kriterien der Eurogruppe nicht erfüllt seien.

20. Februar 2015: Die Eurogruppe einigt sich mit Griechenland auf die Verlängerung des Hilfsprogramms um vier Monate. Die Regierung in Athen muss sich dabei zu den Spar- und Reformauflagen sowie zur weiteren Zusammenarbeit mit EU, EZB und IWF bekennen. Weitere Voraussetzung für die endgültige Einigung ist, dass Griechenland bis zum folgenden Montag eine Liste mit konkreten Reformplänen vorlegt.

21. Februar 2015: Die Ratingagentur Moody's stuft Russlands Bonität auf Ramschniveau herab.

22. Februar 2015: Griechenland legt den Geldgebern einen ersten Entwurf der geforderten Reformliste vor - die Detailabstimmung beginnt.

24. Februar 2015: Mit einem Tag Verspätung legt Griechenland die offizielle Liste mit Reformen vor - die EU-Kommission, die EZB und der IWF werten sie als ausreichenden Startpunkt für einen möglichen Abschluss des Hilfsprogramms. Die Euro-Finanzminister geben grünes Licht für die Verlängerung des Hilfsprogramms. In der deutschen Metall- und Elektroindustrie einigen sich Arbeitgeber und Gewerkschaften auf einen Tarifabschluss, der eine Lohnerhöhung um 3,4 Prozent vorsieht.

25. Februar 2015: Die EU-Kommission gibt Frankreich bis 2017 und damit zwei weitere Jahre Zeit, um die Defizitgrenzen wieder einzuhalten.

26. Februar 2015: Die Arbeitslosenzahl in Deutschland sinkt im Februar überraschend um 121.000 im Vergleich zum Vorjahresmonat.

27. Februar 2015: Der Bundestag stimmt mit großer Mehrheit der Verlängerung des Hilfsprogramms für Griechenland zu.

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