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Wirtschaft
China meldet 8,7 Prozent Wachstum
China meldet 8,7 Prozent Wachstum

Der Boom geht weiter - wie lange noch?

Chinas Wirtschaft ist dabei, die Krise erheblich schneller zu überwinden als andere Länder. Die neuesten Zahlen zeigen: Die düsteren Prognosen der meisten Ökonomen von vor einem Jahr sind nicht eingetroffen. Entsprechend gut gelaunt gab sich Pekings Chefstatistiker bei der Jahresbilanz - auch wenn sich neue Probleme abzeichnen.

Von Astrid Freyeisen, ARD-Hörfunkstudio Schanghai

Chinesische Frachtcontainer (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Das Exportgeschäft hat entscheidenden Anteil an den hohen Wachstumsraten der chinesischen Wirtschaft. ]
Die chinesische Wirtschaft wächst wieder zweistellig: Im vierten Quartal 2009 legte sie um 10,7 Prozent zu. Im Gesamtjahr stieg das Bruttoinlandsprodukt um 8,7 Prozent – womit die Erwartungen der chinesischen Regierung übertroffen wurden, die mit acht Prozent gerechnet hatte.

Grund für die schnelle Erholung waren Pekings massives Konjunkturprogramm und eine ebenfalls von staatlicher Seite angestoßene Kreditschwemme der Banken. Der Chef der nationalen Statistikbehörde, Ma Jiantang, sagte bei einer Pressekonferenz: "Die jüngsten Zahlen beweisen, welch wichtige Größe Vertrauen ist." Chinesische Banken hätten das Vertrauen gehabt, Kredite auszugeben, Firmen hätten investiert, die Menschen konsumiert.

Steigende Sorge vor steigenden Preisen

Stahlverarbeitung in China (Foto: AP) [Bildunterschrift: Experten warnen vor einer Überproduktion unter anderem in der Stahlindustrie. ]
Doch nun steigt die Sorge vor steigenden Preisen. Zwar lag die Inflation im Dezember bei 1,9 Prozent, aber der chinesische Verbraucherpreisindex wird ohne die Immobilien berechnet. Und deren Preise steigen seit Monaten rapide. Der Chef der Bankenaufsicht, Liu Mingkang, kündigte eine straffere Geldpolitik an, damit die Inflation nicht außer Kontrolle gerät. Experten warnen zudem vor einer Überproduktion in wichtigen Branchen wie Stahl oder Chemie.

Und Chefstatistiker Ma relativierte auch die guten Zahlen etwas: Dass China Deutschland als Exportweltmeister abgelöst habe, sei ein Zeichen für gutes Krisenmanagement. Man dürfe aber nie vergessen, dass China beim Pro-Kopf-Einkommen im internationalen Vergleich nur etwa an 100. Stelle rangiere. 150 Millionen Menschen lebten noch immer von unter einem US-Dollar am Tag - das zu ändern sei die eigentliche Aufgabe in der Zukunft.

Stand: 21.01.2010 16:14 Uhr
 

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