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Merkel, Westerwelle, Rössler und Altmaier trifft sich mit einer chinesischen Deligation in China.

Merkel bei Chinas Premier Wen

Krisen-Sorgen und ein Unterschriften-Marathon

Gastgeber Wen hat der Kanzlerin in Peking zugesagt, den Euro weiter zu unterstützen - seine Sorgen wegen der Krise in Europa konnte Chinas Premier aber nicht verhehlen. Konkreter wurde es beim bilateralen Handel: Hier leisteten die Delegationen Unterschriften wie am Fließband.

Von Eva Corell, BR, ARD-Hauptstadtstudio, zurzeit Peking

Chinas Premier Wen Jiabao war sichtlich bemüht, die besondere Qualität der deutsch-chinesischen Beziehungen herauszustellen. Sechs Mal war die Bundeskanzlerin jetzt in China und er genau so oft in Deutschland. Das Handelsvolumen ist ebenso stetig gewachsen wie das gegenseitige Vertrauen. Gerade jetzt, angesichts der Herausforderungen durch die Eurokrise, sei ein gutes Verhältnis von strategischer Bedeutung, sagte Wen beim Empfang der deutschen Regierungsdelegation.

Merkel in China
E. Corell, ARD Berlin
30.08.2012 10:18 Uhr

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Wen ist besorgt über die Euro-Krise

Doch trotz aller Harmonie wollte er nicht verhehlen, dass ihm diese Krise persönlich große Sorgen macht. Schon beim Schuldenschnitt für Griechenland hat sein Land Verluste erlitten, mit dem Kauf italienischer und spanischer Staatsanleihen sind die Chinesen deshalb bisher zurückhaltend. Wohlwollend nahm Wen zur Kenntnis, dass Angela Merkel den Reformwillen der Europäer unterstrich - aber ihm geht das alles zu langsam.

"Nachdem ich ihre Worte gehört habe, ist mein Vertrauen gestärkt", sagte Wen. "Aber ich muss ganz ehrlich bleiben: Bei der Umsetzung von all solchen Maßnahmen wird man nicht sehr zügig vorankommen."  

Merkel sucht Hilfe in der Euro-Krise bei Wen Jiabao
tagesthemen 22:15 Uhr, 30.08.2012, Daniel Satra, NDR

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50 Airbus-Jets bestellt - es hätten mehr sein können

Trotzdem ist China bereit, den Euro weiter zu unterstützen. Einzelheiten nannte der Premier aber nicht. Konkret wurde es erst, als es um die Unterzeichnung von Verträgen und Regierungsvereinbarungen ging. Der größte Deal gelang dem Unternehmen EADS, das einen chinesischen Großauftrag für 50 Airbus-Maschinen an Land zog.

Man hatte doppelt so viele erhofft, aber ein Streit über die von den Europäern verhängte Emissionsabgabe verhinderte in letzter Minute den ganz großen Deal. Außerdem wurden 14 Abkommen über die Zusammenarbeit in den Bereichen Umwelt, Energie, Medizin-Technik unterzeichnet. Die Minister aus Peking und Berlin leisteten Unterschriften wie am Fließband.

Effizientes Unterzeichnen im Doppelpack

"Wir haben sozusagen das parallele Unterzeichnen. Ich hab das zum ersten Mal erlebt", sagte Merkel. "Weil es so viele Abkommen gibt, konnte man das gleich im Doppelpack machen. Das zeigt, wie intensiv unsere Zusammenarbeit ist."

Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Chinas Premier Wen Jiabao.
galerie

Merkel bei Wen: Die Kanzlerin ist bereits zum sechsten Mal in China.

So intensiv, dass Angela Merkel es nicht auf einen Handelskrieg ankommen lassen will. Der droht nach einer Beschwerde deutscher Solar-Unternehmen bei der EU. Sie beschuldigen China des Dumpings, weil es seine Solarfirmen mit billigen Krediten unerlaubt subventioniert. Merkel will bei der EU vermitteln: "Wir haben dafür noch Zeit und es wäre besser, wenn wir das auf dem Gesprächswege lösen können", sagte die Kanzlerin.

Wen schweigt zur Pressefreiheit

Auch beim heiklen Thema Pressefreiheit wollte sie vermitteln - zugunsten der deutschen Korrespondenten in China, die sich per Brief bei ihr beklagt hatten. "Wir haben die gemeinsame Überzeugung, dass die Möglichkeit einer fairen Berichterstattung eine Grundlage dafür ist, dass unsere Völker sich besser kennen lernen und unsere Länder auch besser kooperieren können", sagte Merkel. "Und insofern hoffe ich, dass dieses Gespräch auch eine Wirkung zeigt."

Wen Jiabao ließ nicht erkennen, ob diese Hoffnung begründet ist: Er zog es vor, dazu nichts zu sagen.

Christine Adelhardt (ARD Peking) zu Merkels China-Besuch
tagesschau 12:00 Uhr, 30.08.2012

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Stand: 30.08.2012 11:12 Uhr

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