China hilft Europa

Warum China Europa helfen will Krisenhilfe aus Fernost mit Hintergedanken

Stand: 14.09.2011 16:28 Uhr

China hat angekündigt, Europa und den USA in der Krise mit neuen Investitionen zur Hilfe kommen zu wollen. Aber in welcher Form China helfen will, ist offen - und ganz uneigennützig ist das Angebot auch nicht. Denn China hat ein starkes Eigeninteresse an einer Lösung der Krise.

Von Ruth Kirchner, ARD-Hörfunkstudio Peking

Die Zuhörer beim Wirtschaftsforum in der nordostchinesischen Hafenstadt Dalian mussten bis zum Schluss von Wen Jiabaos Rede warten. Dann sprach der Ministerpräsident endlich das Thema an, auf das alle gewartet hatten: China reicht Europa die Hand, sagte Wen, und sei bereit seine Investitionen in Europa zu erhöhen. Doch einen Gratisscheck stellte er nicht aus. "Regierungen müssen ernsthaft ihre Verantwortlichkeiten übernehmen und ihr eigenes Haus in Ordnung bringen", betonte Wen.

Chinas Premier Wen Jiabao auf dem Weltwirtschaftsforum in Dalian | Bildquelle: REUTERS
galerie

Krisenhelfer mit Hintergedanken: Wen Jiabao forderte Gegenleistungen für sein Land ein.

In welcher Form China Europa helfen will, ließ Wen offen. In der Vergangenheit hatte China unter anderem in griechische Unternehmen investiert und Staatsanleihen von angeschlagenen Euro-Ländern wie Spanien gekauft. Allerdings weit weniger als angekündigt. Experten sprechen von Wertpapierkäufen im Wert von zehn bis zwölf Milliarden Euro.

China will anerkannter Partner sein

Warum China auch jetzt wieder seine Hand hilfsbereit Richtung Europa ausstreckt ist klar: Die Europäische Union ist der wichtigste Handelspartner vom Exportweltmeister China. Peking hat deshalb ein großes Interesse an stabilen Verhältnissen bei seinen wichtigsten Kunden. 

Zudem forderte Wen auch Gegenleistungen ein: "Unterdessen sollten EU-Regierungschef und die Regierungen der wichtigsten europäischen Länder auch mutig ihre strategischen Beziehungen zu China überdenken und zum Beispiel China den vollen Marktwirtschaftsstatus zuerkennen." Seit Jahren pocht Peking in Brüssel auf die Anerkennung als Marktwirtschaft. Das hat für China einerseits einen hohen symbolischen Wert und würde das Land andererseits vor Anti-Dumping-Klagen aus Brüssel schützen. Für die EU wäre es dann deutlich schwieriger, chinesische Billig-Importe mit Strafzöllen zu belegen.

Probleme aus europäischer Sicht

Doch bislang hatten die Europäer gemauert. Kanzlerin Angela Merkel hatte bei ihrem letzten Besuch in Peking deutlich gemacht, dass China noch längst nicht alle Bedingungen für die Anerkennung als Marktwirtschaft erfüllt hätte. So gibt es aus deutscher Sicht unter anderem nach wie vor Probleme beim Schutz des geistigen Eigentums.

Volksrepublik China investiert Milliarden in Europa
ARD-Morgenmagazin, 15.09.2011, Chrsitine Adelhardt, ARD Peking

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Doch jetzt ist China mit seinen gewaltigen Devisenreserven in einer Position der Stärke. Wen sagte, er hoffe auf einen Durchbruch in der Marktwirtschaftsfrage vielleicht schon beim EU-China-Gipfel Ende Oktober in Tianjin. Der Ministerpräsident forderte auch ein Ende von Exportbeschränkungen. Gemeint ist vor allem der Export von High-Tech-Produkten nach China. Die Volksrepublik braucht Know-how und Hochtechnologie, um die Wirtschaft weiter zu modernisieren. Jetzt sehen die kommunistischen Führer eine Chance, genau das zu bekommen.

Darstellung: