China stemmt sich gegen schwächelnde Konjunktur

Chinesische Mitarbeiter am BASF-Standort in Nanjing (Bildquelle: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Maßnahmen gegen schwächelnde Konjunktur

Wie China weiter wachsen will

Mit Steuererleichterungen und weiteren Maßnahmen will die chinesische Regierung die Konjunktur wieder ankurbeln.Die Regierung beschloss eine "völlige Öffnung" des verschuldeten Bahnsektors für private Investoren und Milliardeninvestitionen in den verstärkten Ausbau des Streckennetzes. In diesem Jahr sollen 690 Milliarden Yuan, umgerechnet 85 Milliarden Euro, in die Eisenbahnindustrie investiert werden, berichtete die Zeitung "Xinjingbao" von dem Treffen. Bisher waren nur 650 Milliarden Yuan geplant gewesen.

"Um wohlhabend zu werden, müssen erst Wege gebaut werden, besonders Bahnstrecken", wurde Premier Li Keqiang in Staatsmedien zitiert. Der Ausbau des Bahnnetzes bringe viele Vorteile: Er fördere die Urbanisierung, stabilisiere das Wachstum und verbessere das Wohlergehen der Menschen.

Chinas Wirtschaft wächst langsamer
M. Rimmele, ARD Schanghai
25.07.2013 14:22 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Steuererleichterungen für Kleinunternehmen

Regierungschef Li Keqiang plane zudem ferner Steuererleichterungen für Kleinunternehmen sowie Unterstützung für kleine und mittelgroße Exporteure. So müssten kleine Unternehmen mit einem monatlichen Umsatz von weniger als 20.000 Yuan (knapp 2500 Euro) ab August keine Umsatz- und keine Mehrwertsteuer mehr zahlen, teilte die Regierung nach einer Kabinettssitzung mit. Von der Steuerbefreiung würden mehr als sechs Millionen kleine Unternehmen profitieren. Zu den weiteren Konjunkturmaßnahmen gehören ein Festhalten an einem "vernünftigen" Wechselkurs, um dem Export Aufschwung zu verleihen, wie die Regierung weiter mitteilte.

Verstärkter Kampf gegen die Luftverschmutzung

Geschäftsviertel in Schanghai (Bildquelle: Reuters)
galerie

Neue Reformen sollen Chinas Konjunktur wieder ankurbeln.

Auch wurden neue Pläne für Milliardeninvestitionen in den Kampf gegen die Luftverschmutzung in China bekannt. So will die Regierung bis 2017 ferner rund 1,7 Billionen Yuan, umgerechnet 210 Milliarden Euro, ausgeben. Das Umweltministerium habe "den bislang umfassendsten und striktesten Aktionsplan" zur Kontrolle oder Verringerung der Luftverschmutzung vorgelegt, berichtete die "China Daily". Der neue Plan ziele besonders auf die schwer von Smog betroffene Hauptstadt Peking, die umliegende Provinz Hebei und die benachbarte Metropole Tianjin.

Schlechtester Wert seit 13 Jahren

Das Wirtschaftswachstum der Volksrepublik ist im Vergleich zu dem westlicher Industriestaaten zwar noch sehr hoch, dennoch wächst die Sorge um den Konjunkturmotor China. So waren im Juni die Exporte überraschend eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Volksrepublik hatte im zweiten Quartal 2013 um 7,5 Prozent zugelegt, nach 7,7 Prozent im ersten Quartal. Im Gesamtjahr 2012 war das chinesische BIP um 7,8 Prozent gestiegen - das war der schlechteste Wert seit 13 Jahren.

Stand: 25.07.2013 13:21 Uhr

Darstellung: