Schiffscontainer im Hafen von Shanghai | Bildquelle: dpa Spata/dpa

Hirse-Importe aus den USA China ermittelt wegen Dumpingverdachts

Stand: 04.02.2018 13:41 Uhr

China ist der größte Abnehmer von Hirse aus den USA - und ermittelt jetzt wegen möglicher Dumpingpreisen beim Import. Für Analysten ist der Schritt eine direkte Reaktion auf Trumps Strafzölle.

Knapp zwei Wochen nach den von US-Präsident Donald Trump verhängten Strafzöllen auf Waschmaschinen und Solaranlagen hat China mit Anti-Dumping-Ermittlungen in der Agrarbranche reagiert. Wie das Wirtschaftsministerium in Peking mitteilte, geht es um Subventionen beim milliardenschweren Import von Hirse aus den USA. Es gebe Hinweise auf Preise, die unter dem normalen Wert lägen und damit den heimischen Produzenten schadeten.

Der Schritt könnte die amerikanische Agrarindustrie erschüttern, da die Volksrepublik größter Abnehmer von Hirse und auch Sojabohnen aus den USA ist.

Fast fünf Millionen Tonnen Hirse für China

Der Schritt sei Chinas Antwort auf Trumps Vorgehen bei Waschmaschinen, sagte Li Qiang, Chefanalyst der Beratungsgesellschaft Shanghai JC Intelligence. Die USA führten im vergangenen Jahr 4,76 Millionen Tonnen Hirse nach China aus. Das war der Großteil der chinesischen Importe von rund fünf Millionen Tonnen im Wert von mehr als einer Milliarde Dollar.

Damit schlagen die Hirseausfuhren fast doppelt so stark zu Buche wie die aus China in die USA exportierten Aluminiumbleche, bei denen die US-Regierung Anti-Dumping-Ermittlungen eingeleitet hat. Trump hatte zuletzt seine "America zuerst"-Politik mit Schutzzöllen auf Solaranlagen und Waschmaschinen vorangetrieben. Dies wird vor allem in China und Südkorea kritisiert.

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