Frau schreibt mit Kugelschreiber | Bildquelle: picture alliance / dpa Themendie

China vermeldet Durchbruch Kulis aus dem Reich der Mitte

Stand: 10.01.2017 12:52 Uhr

China gilt als Werkbank der Welt, auch für Hightech-Produkte. Doch ausgerechnet an einem Alltagsgegenstand verzweifelten die dortigen Hersteller - bis jetzt: Nun gibt es auch Kugelschreiber aus dem Reich der Mitte.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Es ist ein kleiner Stift für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für China. So könnte man die Meldung zusammenfassen, die die chinesischen Staatsmedien heute verbreiten - und als kleine Sensation verkaufen. Zum ersten Mal ist es einem chinesischen Hersteller gelungen, Kugelschreiber in großem Maßstab komplett ohne ausländische Hilfe herzustellen, beziehungsweise ohne importierte Kleinteile.

Die Zeitung "Global Times" spricht von einem "Durchbruch", der Chinas Fähigkeiten in der Feinmechanik unter Beweis stelle. Und tatsächlich: Obwohl sich China in den vergangenen 20 Jahren vom technischen Entwicklungsland zum Hightech-Standort entwickelt hat, mussten einheimische Schreibwaren-Hersteller die Spitze für Kugelschreiber bisher importieren, zum Beispiel aus Deutschland, Japan oder den USA.

Wichtig für viele Industriebereiche

Jetzt ist es chinesischen Ingenieuren erstmals gelungen, Kulis komplett selbständig und in industrieller Massenfertigung herzustellen, also auch das kleine Stahlkügelchen an der Kulispitze. Es muss besonders präzise, rund und aus sehr hartem Stahl gefertigt werden.

Die Erfolgsmeldung passt ins Bild, schließlich sind die Industriebereiche Hightech und Innovation Teil des Masterplans der Staatsführung in Peking mit dem Namen "China 2025". Die Kuli-Meldung zeigt nicht nur, dass Chinas Stifthersteller nun unabhängig vom Ausland sind, sondern auch dass das Land in anderen Bereichen, in denen Feinmechanik gefragt ist, ohne fremde Hilfe vorankommt - zum Beispiel in der Militärtechnik.

China feiert eigene Herstellung von Kugelschreibern als Durchbruch
S. Wurzel, ARD Shanghai
10.01.2017 11:51 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 11. Januar 2017 um 11:41 Uhr.

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