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Bewertung von US-Ratingagentur Moody's stuft Chinas Bonität herab

Stand: 24.05.2017 09:51 Uhr

Chinas wachsender Schuldenberg macht der US-Ratingagentur Moody's Sorgen, darum stuft sie die Kreditwürdigkeit der Volkswirtschaft erstmals seit 1989 herab. Doch die Regierung in Peking kann die vermeintlichen Risiken für die eigene Wirtschaft nicht erkennen.

Zum ersten Mal seit 1989 verliert China an Kreditwürdigkeit. Die US-Ratingagentur Moody's stufte die die Bonitätsnote des Landes von Aa3 auf A1 herab. Moody's begründete seine schlechtere Bewertung vor allem mit dem gewachsenen Schuldenrisiko - in jedem Wirtschaftsbereich Chinas drohten Unternehmen, sich mehr verschulden zu müssen, was auch den Staatshaushalt belasten könnte. Zudem zweifeln die Wirtschaftsexperten die Reformfähigkeit der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft an.

Die Zahlen der chinesischen Wirtschaft sprechen auf den ersten Blick erst einmal eine andere Sprache. Im ersten Quartal 2017 legte sie um 6,9 Prozent zu. Im gesamten vergangenen Jahr konnte China ein Plus von 6,7 Prozent verzeichnen. Doch die Analysten der Ratingagentur gehen davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum noch im Laufe des Jahres abschwächen wird. Zudem sei die Branche auf staatliche Konjunkturprogramme angewiesen.

Regierung wiegelt ab

Überraschend kam die Bewertung nicht: Bereits Anfang März hatte Moody's den Ausblick für die Kreditwürdigkeit Chinas reduziert und somit eine Abstufung in Aussicht gestellt. Daher reagierten Anleger an der Börse auch relativ gelassen. Viele seien wegen der ohnehin schon hohen Verschuldung Chinas vorsichtiger geworden, wie die Nachrichtenagentur Reuters Händler an der Börse zitierte. Die chinesische Zentralbank (PBOC) legte den Mittelwert mit 6,8758 Yuan zum Dollar etwas höher fest.

Die chinesische Regierung sieht für den Bonitätsverlust keinen Anlass. In einer Mitteilung des Finanzministeriums hießt es, Moody's unterschätze die Fähigkeit Chinas, Wirtschaftsreformen umzusetzen und die Nachfrage anzukurbeln. Die Regierung gehe nicht davon aus, dass sich die Schuldenlage des Landes von 2018 bis 2020 verändern werde.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. Mai 2017 um 12:00 Uhr in der Wirtschaft.

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