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Konsequenz aus Inselstreit
Japaner stoppen Fließbänder in China
Japanische Konzerne ziehen Konsequenzen aus den gegen Japan gerichteten Protesten und Ausschreitungen in China. Mehrere Unternehmen unterbrachen die Produktion in der Volksrepublik und schlossen vorübergehend ihre Werke. Zudem rieten zahlreiche japanische Firmen ihren Mitarbeitern in China, aus Sicherheitsgründen nicht aus dem Haus zu gehen.
Canon und Panasonic schließen Werke
Der Kamerahersteller Canon schickte seine Arbeiter in den drei Werken in Zhuhai, Zhongshan und Suzhou zunächst bis Dienstag nach Hause. Auch der Elektronikkonzern Panasonic stoppte für zumindest zwei Tage die Produktion in seinen zwei Fabriken in Qingdao und Zhuhai. Dagegen erklärte der Autohersteller Toyota, dass seine Fertigung in China normal weiterlaufe. Der Elektronikkonzern Sony berichtete zwar von normalen Geschäften, riet seinen Mitarbeitern von Reisen in die Volksrepublik ab.
Die Proteste, die durch einen Streit zwischen China und Japan um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer ausgelöst worden waren, eskalierten in den vergangenen Tagen. In China kam es zu Ausschreitungen, die sich in erster Linie gegen diplomatische Vertretungen Japans richteten. Aber auch Gebäude japanischer Firmen wurden beschädigt, angezündet oder geplündert. Toyota und Honda berichteten von schweren Schäden in der ostchinesischen Stadt Qingdao. Auch nach dem Wochenende blieben verschiedene japanische Supermärkte in China geschlossen.
Japanische Konzerne setzen Fertigung in China aus
M. Rimmele, ARD-Hörfunkstudio Schanghai
17.09.2012 18:07 Uhr
Inselstreit könnte Handel einschränken
Der Streit droht auch den Handel zwischen den beiden asiatischen Volkswirtschaften zu beeinträchtigen. Im vergangenen Jahr summierte sich der Warenaustausch zwischen beiden Ländern auf 345 Milliarden Dollar. Indirekt drohte China nun mit Sanktionen. Die japanische Wirtschaft könnte bis zu 20 Jahre lang beeinträchtigt werden, warnte die Zeitung "People's Daily", die als Sprachrohr der kommunistischen Partei in China gilt. Zwar lehne Peking Wirtschaftssanktionen zur Lösung internationaler Konflikte prinzipiell ab. Sollte Japan jedoch seine Provokationen vorantreiben, werde diese Maßnahme für China unvermeidlich, schrieb die Zeitung weiter.
Von den Sanktionen könnten demnach die japanische Fertigungs- sowie die Finanzindustrie betroffen sein. Auch auf japanische Exporte und Investitionen in China sowie "strategische Materialimporte" könnten sich die Sanktionen auswirken, hieß es. Diese Drohung bezog sich offenbar auf die sogenannten selten Erden, die zur Herstellung zahlreicher Hightech-Produkte benötigt werden. China hat bei der Lieferung dieser wichtigen Rohstoffe weltweit eine monopolähnliche Stellung.
Stand: 17.09.2012 13:45 Uhr
