Eröffnungszeremonie der AIIB mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping | Bildquelle: AP

Asiatische Entwicklungsbank startet Chinas Angriff auf das "alte System" beginnt

Stand: 16.01.2016 11:27 Uhr

Sie ist mehr als nur ein Symbol chinesischer Stärke - die neue Asiatische Infrastruktur-Investmentbank. Denn an Chinas "Weltbank" beteiligen sich auch zahlreiche westliche Staaten. Streit mit den USA ist damit absehbar.

Von Steffen Wurzel, ARD Shanghai

Wenn heute in Peking die Asiatische Infrastruktur-Investmentbank offiziell den Betrieb aufnimmt, ist das ein doppelter Grund zur Freude für die chinesische Führung. Zum einen ist AIIB, wie sie abgekürzt genannt wird, ein Symbol für die wachsenden Bedeutung Chinas im internationalen Wirtschaftsleben. Und dann ist da noch die Tatsache, dass China auch zahlreiche westliche Staaten überredet hat, bei der AIIB mitzumachen. Neben Großbritannien beteiligen sich auch die meisten anderen europäischen Staaten - unter anderem Frankreich und Deutschland.

Asiatische Investitionsbank nimmt Arbeit auf
tagesschau 17:00 Uhr, 16.01.2016, Mario Schmidt, ARD Peking

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Lob für Europa

Von einem strategischen Schritt Europas spricht Zhang Haibin vom regierungsnahen Shanghaier Institut für Internationale Studien: "In Europa hat man verinnerlicht, dass weltweite Zusammenarbeit und zwischenstaatliche Kooperationen immer wichtiger werden. Europa nimmt außerdem Chinas Rolle in dieser neuen Weltordnung ernst. Europa erkennt die weltweiten Trends an", sagt Zhang Haibin.

In dieser Aussage steckt neben viel Lob für Europa auch versteckte Kritik an den USA. Denn die machen bei der der neuen Bank nicht mit. Auch Japan, das äußerst frostige Beziehungen mit China unterhält, beteiligt sich nicht.

Aus Sicht Chinas stehen die USA und Japan für ein oft zitiertes "altes System", in dem die von den USA dominierte Weltbank das Sagen hatte, wenn es um die Finanzierung von Großprojekten ging.

Mit der AIIB will die chinesische Führung nun selber den Ton angeben. Die Bank soll der Weltbank zwar offiziell keine Konkurrenz machen, vielmehr ist immer die Rede von Zusammenarbeit und einem gesunden Wettbewerb. De facto aber wird die AIIB künftig auch genau das tun, was bisher die Weltbank macht.

"Zunächst werden wir uns auf Projekte in Asien konzentrieren, in den es um Stromerzeugung und -übertragung geht. Außerdem um Verkehrsinfrastrukturoprojekte: Straßen und Eisenbahnstrecken und auch städtische Bauprojekte", sagt der Gründungspräsident der Bank, der Chinese Jin Liqun. Auch wenn sich die Bank zunächst nur auf Projekte in Asien konzentriert. Auch die europäische Wirtschaft soll profitieren. "Exportorientierte Nationen wie Deutschland und die Niederlande machen mit weil sie sehen, dass ihre Unternehmen bei von der Bank finanzierten Projekten Geld verdienen können", sagt die Wissenschaftlerin Zhang.

Chinas weltpolitischer Coup: Die AIIB startet Betrieb
S. Wurzel, SWR, Shanghai
16.01.2016 11:22 Uhr

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Kontroversen ausgeblendet

Mit rund 4,1 Milliarden Euro beteiligt sich Deutschland an der neuen Bank. Wobei die Summe nicht komplett nach Peking überwiesen wird, der weitaus größte Teil sind Bürgschaften. Dass Deutschland bei der AIIB dabei ist, hat der Bundestag Anfang November beschlossen. Weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit und den meisten Medien. Obwohl es durchaus Kontroversen gibt. So warnen internationale Nichtregierungsorganisationen: Chinas großer Einfluss bei der Bank könne dazu führen, dass soziale und ökologische Fragen bei der Finanzierung von Projekten unter den Tisch fallen.

Solche Vorwürfe weist man in Peking zurück. Und auch von westlicher Seite argumentiert man umgekehrt: Kommen werde die Bank auf jeden Fall. Durch die Beteiligung westlicher Staaten sei wenigstens sichergestellt, dass gewisse Standards eingehalten würden.

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