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Elektronikmesse CES in Las Vegas startet
Von Phablets und smarten Fernseh-Giganten
In Las Vegas beginnt heute die CES. Die Messe für Unterhaltungselektronik gilt als Trendsetter für die Technikthemen des Jahres. Eins zeichnet sich bereits ab: Größe wird eine immer wichtigere Rolle spielen. Egal ob Fernseher oder Smartphone - viele neue Geräte haben XXL-Format.
Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Hörfunkstudio Los Angeles
Sie sollen wie ein Fenster zur Welt sein, versprechen die Hersteller: Fernseher mit einer Bildauflösung, die viermal so hoch ist wie der aktuell beste HD-Standard. Und riesig sind sie: Samsung zum Beispiel bringt im März ein Gerät mit gut 2,15 Metern Bildschirmdiagonale heraus - Preis allerdings noch unbekannt. Und natürlich können sich die Geräte mit dem Internet verbinden und sollen dem Nutzer so zur Seite stehen, sagt Tim Baxter, Chef von Samsung USA: "Ihr Fernseher ist fast schon menschlich. Sie können ihn nach Filmvorschlägen fragen, oder nach Filmen, in denen Ihr Lieblingsschauspieler mitspielt, und der Fernseher zeigt Ihnen eine Liste der Filme, die Sie anschauen können."
Größere Bildschirme - auch beim Smartphone
Bis das alltagstauglich funktioniert, kann es allerdings noch etwas dauern. Weil die CES die erste große Messe des Jahres ist, gilt sie vielen in der Branche als Barometer für neue Trends. Bei den Smartphones zum Beispiel geht es in Richtung immer größere Bildschirme: Verschiedene asiatische Hersteller zeigen Geräte mit um die zwölf Zentimeter Bildschirmdiagonale, bei den Fachleuten "Phablet" genannt, also eine Mischung aus Smartphone und Tablet.
Consumer Electronics Show in Las Vegas eröffnet
W. Stuflesser, ARD Los Angeles
08.01.2013 08:53 Uhr
Auch deutsche Firmen sind nach Las Vegas gekommen. Audi und Bosch zum Beispiel zeigen Konzepte für intelligente Autos und Technik, die mit Sensoren die Umgebung auswertet und den Fahrer unterstützen soll. Am Ende dieser Entwicklung könnte das selbstfahrende Auto stehen - wenn die Menschen denn so viel Vertrauen in die Technik haben.
Vertrauen in deutsche Qualität
Andere, kleinere Firmen setzen auf bestimmte Nischen: Harald Richter zum Beispiel kommt aus Pforzheim in Baden-Württemberg und stellt Smartphone-Halterungen für Motorrad oder Auto her. Vor der Konkurrenz aus Asien fürchtet er sich nicht, sagt er: "Made in Germany hat draußen noch den Begriff 'Qualität'. Kostet mehr, aber man hat auch ein Qualitätsprodukt. Und wenn es um eine Halterung geht für ein Telefon, was ein paar hundert Dollar oder Euro kostet, dann gibt man gern auch ein bisschen mehr Geld aus, um die sicher im Fahrzeug befestigt zu haben. Stellen Sie sich mal vor, das Ding fliegt bei Tempo 200 runter, da haben Sie verloren."
Eine Gabel für den Schnellesser
Neben den großen Trends ist die Messe auch immer eine Fundgrube für neues elektronisches Spielzeug. Da stehen in diesem Jahr alle Zeichen auf "Selbstvermessung". Es gibt ansteckbare Sensoren, nicht größer als ein USB-Stick, die zählen zum Beispiel jeden Schritt und werten dann für den Besitzer aus, ob er sich genug bewegt. Noch schräger ist die Hapifork: Eine Gabel, die über Sensoren misst, wie oft und wie schnell der Benutzer sie zum Mund bewegt, und wenn er beim Essen zu sehr schlingt, dann blinkt und vibriert das Ding und sagt damit: Mach‘ langsam. Das helfe beim Abnehmen, verspricht Firmengründer Philippe: "Wenn Sie normalerweise fünf Sekunden bis zum nächsten Bissen brauchen, dann hilft Ihnen unsere Gabel, daraus sechs oder sieben Sekunden zu machen. Bis das Sättigungsgefühl einsetzt, essen Sie weniger, weil Sie langsamer essen."
Noch bis Freitag hat die Messe geöffnet. Um die 3000 Aussteller hoffen, dass der Besucherrekord vom vorigen Jahr auch diesmal wieder erreicht wird - da waren es mehr als 153.000. Allerdings haben nur Branchen-Fachleute und Journalisten Zutritt. Die eigentlichen Kunden müssen sich gedulden, bis die Geräte in den Handel kommen.
Stand: 08.01.2013 08:46 Uhr
