Ein Besucher auf der CES | Bildquelle: REUTERS

Technik-Show CES in Las Vegas Inspirierende Spielereien

Stand: 05.01.2016 09:50 Uhr

Der um Milch bettelnde Kühlschrank oder Damenschuhe mit Fußheizung - neben allerlei Spielereien gibt es auf der CES in Las Vegas viele wichtige Impulse. Die Elektronik-Show gilt längst als eine der bedeutendsten Messen der IT-Branche.

Wolfgang Stuflesser, ARD-Studio Los Angeles

Erinnern Sie sich noch an den vernetzten Kühlschrank, der automatisch Milch nachkauft? Jahrelang wurde uns das als Beispiel fürs Wohnen der Zukunft angepriesen - ist aber nie so richtig was draus geworden. Jetzt könnte das Ganze auf einem anderen Weg doch noch Realität werden: Die kleine Firma Smarter vernetzt nicht den Kühlschrank selbst, sondern steckt in alte Kühlschränke vernetzte Sensoren, zum Beispiel eine Sensormatte, auf die man die Milch stellt. Die Matte merkt dann am Gewicht, wann es Zeit ist, einzukaufen und meldet das dem Besitzer aufs Smartphone.

Fotos aus dem Kühlschrank auf das Smartphone

Neuigkeiten auf der CES in Las Vegas, Foto vom 04.012016 | Bildquelle: AFP
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Der Smart-Schuh - mit eingebautem Schrittzähler und Fußwärmer.

Christian Lane, der Chef der Firma "Smarter", wirbt: "Und dann haben wir noch die Fridge-Cam, die aus ihrem alten Kühlschrank einen vernetzten macht. Eine Kamera, die innen an der Kühlschranktür befestigt wird und jedes Mal ein Foto macht, das dann auf ihr Smartphone geschickt wird. Wenn Sie dann unterwegs beim Einkaufen sind, können sie auf dem Telefon nachschauen, was sie noch im Kühlschrank haben."

Die Sensoren sind leistungsfähiger, kleiner und auch günstiger geworden - und nun stecken die Hersteller sie in alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Es gibt zum Beispiel Damenpumps mit eingebautem Schrittzähler und Fußheizung - und damit das Klischee auch stimmt, kommen die natürlich von einer französischen Firma.

Bier zum Selberbrauen

Ähnlich schräg ist die Bierbrauanlage für zuhause. Sie sieht aus wie ein Kaffee-Vollautomat und kostet 700 Dollar. Rezepte und Zutaten kann man dann in vorgefertigten Paketen kaufen, erklärt Alyshia Madlem: "Alle Zutaten sind enthalten: Hopfen, Malz, Hefe. Sie packen alles in den Automaten, fügen Wasser hinzu und können dann zum Beispiel einstellen, wie bitter es werden soll. Und nach einer guten Woche haben Sie 14 Bier in einem kleinen Fässchen."

Eine Woche warten, bis das Bier fertig ist - mal sehen, ob das Gerät wirklich ein Erfolg wird. Jetzt, vor den Pressekonferenzen der großen Hersteller, gehört den kleinen Firmen noch die ganze Aufmerksamkeit der Journalisten, aber in den nächsten Tagen werden auch noch einige große Produktankündigungen erwartet. VW könnte eine Elektroversion des Bulli vorstellen und LG soll einen serienreifen Fernseher mit extrem hoher 8K-Auflösung parat haben.

Beginn der Consumer Electronics Show in Las Vegas
tagesschau 12:00 Uhr, 05.01.2016, Sandra Ratzow, ARD Washington

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Chance für die Kleinen

Nur beim Thema virtuelle Realität kommt die nächste Generation Brillen, zum Beispiel Oculus Rift, die unter dem Dach von Facebook entwickelt wird, erst in den kommenden Monaten und damit zu spät für die CES. Diese Lücke nutzen dann wieder kleinere Hersteller. "Royole" zum Beispiel hat eine Art Heimkino-Brille inklusive Kopfhörer entwickelt. Das Teil kann man zum Beispiel im Flugzeug aufziehen und dann komplett in Hollywood-Welten abtauchen.

Oculus Rift - nicht auf der CES, aber ...

Auf der CES gibt es die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift zwar noch nicht zu sehen, sie kann aber ab Mittwoch, 06.01., 08.00 Uhr kalifornischer Zeit vorbestellt werden. Das kündigte die zum Facebook-Konzern gehörende Firma Oculus an. Angaben zum Preis und zum Liefertermin machte sie nicht.

Allerdings wirken die Bildschirme der Brille auf den ersten Blick recht klein. Das sei Absicht, sagt Andrew Friedland. "Es könnte größer sein, aber wir haben bewusst diese Größe gewählt, weil man die Brille länger aufbehalten soll, mindestens für die Länge eines Spielfilms. Wenn das Display größer wäre, würden Ihre Augen hin- und herwandern, und dann wäre es nicht mehr entspannend."

Roboterhund auf der CES, Foto vom 04.01.16 | Bildquelle: AFP
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Garantiert stubenrein und auch auf der CES zu sehen: ein Roboterhund, der sein Herrchen erkennt.

Umschlossen vom Unterhaltungshelm selbstgebrautes Bier trinken, während der Kühlschrank um neue Milch bettelt – so ungefähr stellen sich die Firmen auf der CES wohl den Konsumenten der Zukunft vor. Vieles, was hier gezeigt wird, ist eben doch eher Spielerei als echtes Produkt. Aber genau das macht auch den Charme der Messe aus.

CES 2016 in Las Vegas
Wolfgang Stuflesser, SWR
05.01.2016 08:46 Uhr

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