www-Tasten | Bildquelle: picture alliance / Bildagentur-o

Geschichte des WWW Als das Internet frei wurde

Stand: 30.04.2018 09:46 Uhr

Vor 25 Jahren veröffentlichten Wissenschaftler am Kernforschungsinstitut CERN den Quellcode für das World Wide Web. Seitdem ist es frei nutzbar - und hat enorme Entwicklungen durchgemacht. Ein Rückblick.

Von Marcus Schuler und Reinhard Spiegelhauer, ARD-Studio Los Angeles

Das World Wide Web (WWW) ist nicht das Internet - es ist nur ein Teilbereich. Wenn auch der Teil, der für die meisten Menschen am präsentesten ist. Zentrales Merkmal ist der Hypertext, über den sich unterschiedlichste Dateninhalte darstellen und verlinken lassen. Grundlage dafür ist das HTTP-Protokoll - es regelt die Übertragung von Webseiten auf die Rechner der Nutzer.

Es gibt aber auch andere Dienste, die auch heute noch verwendet werden: E-Mail zum Beispiel. Oder ftp zu Datenübertragung. Und ein Vor-Vor-Vorläufer von Facebook: das Usenet. In unzähligen themenspezifischen Foren konnten dort Nutzer diskutieren. Und dann gab es noch in sich geschlossene Bezahlangebote wie Compuserve, AOL oder T-Online, das ursprünglich auf dem Fernseher als Bildschirmtext (BTX) startete. Die geschlossenen Systeme waren jedoch bald nicht mehr attraktiv für die Nutzer.

Tim Berners-Lee
galerie

Tim Berners-Lee arbeitete in den 1990er-Jahren am CERN und war maßgeblich an der Entwicklung des WWW beteiligt.

Google revolutioniert Suchfunktion

Google hat das als Erster verstanden und darüber definiert, wie Suche im Netz wirklich funktioniert. Anbieter wie Lycos, Alta Vista oder Yahoo boten in der Anfangszeit des WWW eine Art Telefonbuch an, ein Verzeichnis. Wer eine Internetseite hatte, der konnte sie dort eintragen, um gefunden zu werden. Dann kam Google.

Die beiden Gründer Larry Page und Sergey Brin stellten das bisherige Konzept konsequent auf den Kopf: Ihre Suchmaschine durchforstete das Netz nach Internetseiten - und stellte ein Ranking wichtiger und weniger wichtiger Seiten auf. Anfangs nach ganz simplen Kriterien, wie etwa der Frage welche Seiten wie häufig verlinkt sind. Heute sind die Algorithmen komplizierter und auf den einzelnen Nutzer zugeschnitten - auch mit Folgen wie Filterblasen.

Die Sache mit dem Browser

Lange war das spannendste am WWW die Frage: Welchen Browser verwendest du? Begonnen hatte alles mit dem Browser von Netscape. Doch der verschwand als Microsoft seinen kostenlosen Internet Explorer auf den Markt brachte, der teilweise fest ins Betriebssystem Windows integriert war.

Bis 2008 dominierten zwei Browser: Der Explorer von Microsoft und Firefox von Mozilla. Immer wieder versuchten Newcomer, die beiden Großen anzugreifen, zum Beispiel Opera. Ohne Erfolg. Dann brachte Google seinen Chrome Browser heraus - er ist heute weltweit mit großem Abstand der Platzhirsch.

Geburtsstunde der Großen

1998 kam Google, 2001 Wikipedia, 2004 Facebook, 2005 YouTube - sie gehören zu den wichtigsten Diensten im heutigen Internet. Heute kaufen wir via Internet ein, unterhalten uns mit Freunden, lernen andere Menschen kennen. Jeder kann selbst ohne große Kenntnis Webseiten veröffentlichen oder bloggen, zum Beispiel mit der Software Wordpress.

Und: Das WWW ist aufs Handy gekommen. Die Maxime heute lautet "mobile first". Das Wichtigste ist, dass die Inhalte auf dem Smartphone gut dargestellt werden.

Das Internet der Dinge als Zukunft?

Aber was kommt nach dem WWW? Das WWW ist noch lange nicht am Ende. Aber es kommen neue, parallel dazu arbeitende Systeme. Das Internet der Dinge zum Beispiel, in dem Maschinen oder Systeme eigenständig Daten miteinander austauschen. Zum Beispiel, um in Zukunft autonom fahrende E-Autos in Massen auf die Straßen zu bekommen. Sie nutzen wie das WWW teilweise das Internet, kommunizieren aber direkter und - so die Hoffnung - wirksam abgeschottet gegen Angriffe von Außen.

Vor 25 Jahren startete das World Wide Web
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
30.04.2018 09:00 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 30. April 2018 um 07:35 Uhr.

Darstellung: