Butter | Bildquelle: dpa

Butter teuer wie lange nicht Dick im Geschäft

Stand: 16.10.2017 13:16 Uhr

Der Preis für Butter ist binnen eines Jahres um 70 Prozent gestiegen. Auch andere Molkereiprodukte sind deutlich teurer geworden. Milchviehhalter halten es aber für möglich, dass die Preise am Supermarktregal bald wieder fallen.

Der Butterpreis ist im September so stark gestiegen wie seit rund 26 Jahren nicht mehr. Das Speisefett kostete gut 70 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt anlässlich des Welternährungstags mitteilte.

Das war den Angaben zufolge der stärkste Anstieg in einem Einzelmonat seit 1991. Deutlich teurer wurden binnen Jahresfrist auch Molkereiprodukte mit plus 15 Prozent. Die stärksten Preisanstiege von jeweils etwa 30 Prozent gab es bei Sahne, Milch und Quark. Auch Käse und Joghurt kosteten mehr als ein Jahr zuvor.

Höhere Preise werden weitergegeben

Ein 250-Gramm-Päckchen kostet seit Anfang September 1,99 Euro. Gründe für den hohen Butterpreis sind laut Bauernverband eine höhere Nachfrage nach fetthaltigen Produkten im In- und Ausland, ein verbessertes Verbraucherimage von Butter sowie die höhere Käseproduktion, für die der Rahm der Milch gebraucht wird.

Ein mit Butter beschmiertes Brötchen
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Die aktuellen Butter-Preiserhöhungen bei den Erzeugern würden offensichtlich an den Großhandel und letztlich an den Endverbraucher weitergegeben, erklärte die Wiesbadener Behörde.

Bald wieder fallende Preise?

Aber der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter hält bald wieder fallende Preise für Milchprodukte am Supermarktregal für möglich.

Die aktuelle Verhandlungsrunde über neue Halbjahres-Lieferverträge zwischen den einzelnen Molkereien und Lebensmittelhändlern laufe vor dem Hintergrund einer spürbar gestiegenen Milchmenge, sagte Verbandssprecher Hans Foldenauer der Nachrichtenagentur dpa.

Auch im Nachbarland Frankreich bewege sich die Milchmenge derzeit drei Prozent über Vorjahr. Fallende Preise wären somit keine Überraschung. Wenn die Preise wieder bröckelten, werde es für viele Betriebe, die die jüngste Krise gerade so überstanden hätten, eng. Die Bauern bekämen gegenwärtig im Bundesdurchschnitt einen Auszahlungspreis von den Molkereien von 38 Cent je Kilogramm Rohmilch, was etwa einem Liter entspreche. In den Krisenjahren 2015/2016 waren es zeitweise nur gut 20 Cent.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. September 2017 um 11:40 Uhr und tagesschau24 am 16. Oktober 2017 um 11:00 Uhr.

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