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30.05.2012

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Wirtschaft
Staatsanleihen: Deutschland zahlt immer weniger fürs Geld
Auktion zweijähriger Bundesanleihen

Deutschland zahlt immer weniger fürs Geld

Deutschland Zins [Bildunterschrift: Investoren verzichten momentan bei deutschen Anleihen auf Rendite - einmal haben sie sogar schon Negativzinsen in Kauf genommen. ]
Eine Auktion deutscher Bundesschatzanweisungen hat 3,44 Milliarden Euro in die Kassen gespült. Die Anleger begnügten sich mit einem durchschnittlichen Zins von 0,17 Prozent, teilte die mit dem Schuldenmanagement des Bundes beauftragte Finanzagentur mit. Niedriger lag er noch nie bei einer Versteigerung dieser Papiere. Im Dezember war er mit 0,29 Prozent noch fast doppelt so hoch gewesen. Bundesschatzanweisungen gehören zu den Bundesanleihen: Sie sind festverzinsliche Wertpapiere mit zweijähriger Laufzeit.

Der Bund hätte auch 7,6 Milliarden Euro einnehmen können, so groß waren die Angebote der Investoren. Die Auktion war damit 2,2-fach überzeichnet, im Dezember dagegen nur 1,4-fach. Die Finanzagentur sprach von einem sehr gutem Ergebnis: "Die starke Suche nach Qualität und ausfallsicheren Anleihen wird erneut unterstrichen."

Auch Portugal konnte sich bei mehreren Versteigerungen günstiger als zuletzt verschulden. Der Zins für elfmonatige Papiere lag mit rund fünf Prozent deutlich unter dem im April erreichten Rekordwert von 5,9 Prozent. Insgesamt nahm Portugal 2,5 Milliarden Euro ein.

Überblick über anstehende Fälligkeiten:

Ein fast leerer Luftballon mit dem Zeichen der Europäischen Union (EU) liegt in einer Pfütze (Foto: dpa)

Deutschland bei Anlegern als "sicherer Hafen" beliebt

Deutschland gilt bei Anlegern als "sicherer Hafen". Sie sind deshalb bereit, auf Rendite zu verzichten. Als eines der wenigen Industrieländer wird die Bundesrepublik von den drei großen Ratingagenturen mit der höchsten Bonitätsnote AAA bewertet.

Vor kurzem hatten Investoren sogar erstmals Negativzinsen in Kauf genommen, um dem Bund für sechs Monate Geld leihen zu dürfen. Sie zahlten also gewissermaßen eine Sicherheitsgebühr, um ihre Mittel dort parken zu können, wo ein Zahlungsausfall auf kurze Sicht als so gut wie ausgeschlossen gilt.

S&P: Deutsches AAA würde Rezession überstehen

Das deutsche AAA bei S&P ist offenbar auch bei einer möglichen Rezession nicht gefährdet. S&P-Europachef Moritz Kraemer sagte der "Bild"-Zeitung, man glaube, dass Deutschland in einer vergleichsweise starken Position sei und auch eine mögliche Rezession in diesem Jahr ohne Herabstufung überstehen werde. Die Agentur hatte vorige Woche unter anderem Frankreich und Österreich und zu Wochenbeginn dem Euro-Rettungsschirm EFSF das AAA entzogen.      

Stand: 18.01.2012 14:46 Uhr
 

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