Bundesrat gibt freie Fahrt für Fernbusse

Bundesrat billigt Gesetz

Freie Fahrt für Fernbusse

Fernbus in Berlin (Bildquelle: dpa)
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Fernbusse dürfen künftig überall in Deutschland verkehren.

Freie Fahrt für Fernbusse quer durch Deutschland: Der Bundesrat stimmte einer Änderung des Personenbeförderungsgesetzes zu und hob damit eine Regelung auf, die die Bahn seit fast 80 Jahren auf Langstrecken vor Konkurrenz durch Busse schützte. Bislang war der Linienfernverkehr mit Bussen nur auf wenigen Strecken möglich - wenn ein Unternehmen nachweisen konnte, dass sein Angebot die Verkehrsverhältnisse verbessert und es nicht einfach nur ein Konkurrenzangebot zur Bahn darstellt.

Diese Vorgabe entfällt nun. Ab 1. Januar 2013 dürfen Busunternehmen Fernverbindungen anbieten - und dabei untereinander und auch mit dem Bahnverkehr konkurrieren. Einzige Einschränkung: Die Haltestellen müssen mindestens 50 Kilometer voneinander entfernt sein, so dass die Fernbusse dem öffentlich geförderten Nahverkehr keine Konkurrenz machen können.

Mittelständische Busunternehmer skeptisch

Allerdings befürchtet die mittelständische Bus-Branche, auf Fernlinien keine Chance gegen Großunternehmen zu haben. Wenn eine Strecke etabliert sei, kämen die "Big Player" ins Spiel und verdrängten mit ihrem Kapital die kleineren Betriebe, sagte der Präsident des Verbandes Mitteldeutscher Omnibusunternehmer, Wolfgang Steinbrück, MDR Info. Für kleine Fuhrunternehmen würden sich Fernbusstrecken somit nur am Anfang lohnen. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG befürchtet durch den Fernverkehr per Bus Druck auf den Schienenverkehr, der zu Streckenschließungen in ländlichen Regionen führen könnte.

Das Unternehmen MeinFernbus kündigte an, 2013 ein deutschlandweites Fernbusnetz aufzubauen. Noch im November sollen zu den bisher zwei Angeboten zwischen Freiburg und München sowie München und Zürich sechs Fernverbindungen hinzukommen.

Stand: 02.11.2012 16:03 Uhr

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