Bundesbank nennt Details zu Lagerstätten des Goldes 450 Tonnen in London, 1536 Tonnen in New York, ...

Stand: 24.10.2012 16:47 Uhr

Fast die Hälfte des deutschen Goldes lagert in den USA - das hat die Bundesbank erstmals bestätigt. 1536 der 3396 Tonnen, also 45 Prozent bewahre die US-Notenbank Fed in New York auf, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele der Nachrichtenagentur dpa. In London liegen 450 Tonnen, in Paris 374 Tonnen. Knapp ein Drittel (1036 Tonnen) verwahrt die Bundesbank im Inland, in Frankfurt am Main.

Lagerung an internationalen Goldhandelsplätzen

Goldbarren im Tresorraum der Bundesbank (Archivbild) | Bildquelle: dpa
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Barren im Tresorraum der Bundesbank in Frankfurt am Main (Archivbild). Das meiste Gold liegt aber woanders.

Daran solle sich auch in Zukunft grundsätzlich nichts ändern, so Thiele. Ausschlaggebend dafür sei die Verwendbarkeit des Goldes als Währungsreserve und die Sicherheit der Lagerung. Es sei wichtig, Gold an internationalen Goldhandelsplätzen zu halten, um es im Fall der Fälle binnen kürzester Zeit als Währungsreserve verfügbar zu haben. "Gold, das bei Ihnen zu Hause im Tresor liegt, können Sie nicht so einfach als Sicherheit verwenden, um an Devisen zu kommen", so der Bundesbank-Vorstand.

Auslöser der aktuellen Dabatte war ein Bericht des Bundesrechnungshofs an den Haushaltsausschuss des Bundestages, der am Montag bekannt wurde. Darin moniert der Rechnungshof unter anderem, dass die Goldbarren nur in der Bundesbank in Frankfurt am Main auch tatsächlich gezählt und gewogen würden. In den Tresoren im Ausland habe Deutschland nicht das Recht dazu. Gefordert werden regelmäßige Stichproben.

Carl-Ludwig Thiele, Vorstand der Deutschen Bundesbank (Archivbild) | Bildquelle: dapd
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Bundesbank-Vorstand Thiele (Archivbild) hält die Diskussion für "einigermaßen grotesk".

Dem will die Bundesbank grundsätzlich nachkommen. "Wir werden in den kommenden drei Jahren jährlich 50 Tonnen Gold aus New York nach Deutschland bringen", sagte Thiele. Das gebe der Bundesbank die Gelegenheit, diese Barren zu überprüfen, einzuschmelzen und in die Form des im Großhandel üblichen Good-Delivery-Standards zu bringen. In diesem Standard, der heute von den großen Barrenherstellern verwendet wird, sind Abmessung, Gewicht, Feingehalt und die auf dem Barren anzugebenden Daten festgelegt. Über diese Stichprobenkontrollen hinaus gebe es Gespräche, um die Revisionsrechte vor Ort in New York, London und Paris auszuweiten.

"Nicht irgendwelche windigen Geschäftspartner"

Die aktuelle Diskussion in Deutschland nannte Thiel "zum Teil schon einigermaßen grotesk". Deutschland ließe sein Gold "seit Jahrzehnten beanstandungsfrei von den hoch angesehenen Notenbanken der USA, Großbritanniens und Frankreichs verwahren und nicht von irgendwelchen windigen Geschäftspartnern."

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