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Der Brauereikonzern InBev hat den US-Konkurrenten Anheuser-Busch mit seiner Traditionsmarke Budweiser ins Visier genommen. Mit einer feindlichen Übernahme will der Konzern zur weltweiten Nummer eins aufsteigen. Doch in den USA formiert sich Widerstand.
Von Christopher Plass, HR-Hörfunkkorrespondent Brüssel
[Bildunterschrift: Der Brauereikonzern InBev will mit der feindlichen Übernahme von Anheuser-Busch auch die Marke Budweiser erwerben. ]
"Save Budweiser, rettet Budweiser" - eine Website mit diesem Namen gibt es schon seit längerem. Denn bereits seit Monaten halten sich Gerüchte, dass der Budweiser-Produzent Anheuser-Busch an den belgisch-brasilianischen Brauerei-Konzern InBev verkauft werden könnte. Jetzt wird das Übernahme-Angebot konkret: Inbev hat eine feindliche Übernahme in Angriff genommen und den Anteilseignern direkt 65 Dollar pro Aktie angeboten, deutlich mehr als den Kurswert, der gestern bei knapp 60 Dollar lag. Das Gesamt-Volumen des Geschäfts könnte sich auf mehr als 46 Milliarden Dollar belaufen. Belgische Zeitungen schreiben heute, dass InBev die Finanzierung klar gemacht habe.
Dass der Bier-Riese mit Sitz im belgischen Leuven direkt die Anteilseigner anspricht, hat seinen Grund. Bei Anheuser-Busch spielt die Eigentümer-Familie Busch noch eine große Rolle und ist gegen den Ausverkauf des amerikanischen Traditionskonzerns. Aber sie hat keinen großen Aktien-Anteil. Deswegen setzt InBev gleich auf die anderen Anteilseigner. Sollte es zu der Übernahme kommen, entstünde der mit Abstand größte Bier-Brauer der Welt.
[Bildunterschrift: Mit Marken wie Becks und Diebels ist der Brauerei-Konzern InBev schon jetzt bei der Produktion weltweit an erster Stelle. ]
Inbev war 2004 aus der belgischen Interbrew und der brasilianischen Ambev entstanden. Der Umsatz liegt bei rund 14 Milliarden Euro. In Deutschland gehören so bekannte Marken wie Beck's, Diebels und die Spaten-Löwenbräu-Gruppe dazu, um nur einige zu nennen. In Europa und auch in Südamerika ist InBev der Gigant.
Wie wertvoll der Kauf von Anheuser-Busch sein könnte, erläuterte ein Börsen-Experte im belgischen Rundfunk. "In der Welt der Brauereien hat sich in den letzten zehn Jahren das Tempo unheimlich beschleunigt. Große Gruppen sind entstanden", sagte er. Aus Stella Artois sei zunächst Interbrew geworden und danach InBev. In den USA sei das Unternehmen aber noch schwach, würde aber mit Anheuser-Busch auch in den USA plötzlich stark.
Hintergrund: InBev: Der belgisch-brasilianische Brauereikonzern InBev umfasst rund 200 regionale Marken. Dazu zählen Beck's, Diebels, Hasseröder, Franziskaner, Löwenbräu und Staropramen. Absatzschwerpunkte liegen in Mittel- und Osteuropa sowie in Schwellenländern wie Brasilien. Im Jahr 2007 produzierte der Konzern nach eigenen Angaben weltweit mehr als 270 Millionen Hektoliter Bier.Mit 271 Millionen Hektoliter lag InBev bei der Produktion zuletzt schon weltweit an erster Stelle. Die Hauptkonkurrenten SABMiller und Heineken sind aber ebenfalls weltweit auf Einkaufstour. Anheuser-Busch, derzeit Nummer vier in der Welt, würde InBevs Marktposition ungemein stärken. Schließlich hält "Budweiser" fast die Hälfte des US-Marktes.
[Bildunterschrift: Mit einer Übernahme von Anheuser-Busch würde InBev zum weltgrößten Brauerei-Konzern aufsteigen. ]
Das geplante Geschäft ist noch nicht perfekt, weil sich in den USA auch politischer Widerstand formiert. InBev gilt als knallharter Rationalisierer, was bei Anheuser-Busch Unruhe ausgelöst hat. Außerdem fürchtet man um die amerikanische Traditionsmarke, die so amerikanisch wie Baseball und Apple Pie sei, wie es heißt.
Dabei darf nicht übersehen werden, dass die Herren Anheuser und Busch Mitte des 19. Jahrhunderts aus Deutschland eingewandert sind. Eberhard Anheuser kam aus Bad Kreuznach, Adolphus Busch aus dem hessischen Mainz-Kastel.
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