Brustimplantate | Bildquelle: dpa

Skandal um Brustimplantate TÜV soll 60 Mio. Euro Schadenersatz zahlen

Stand: 20.01.2017 15:36 Uhr

Der französische Hersteller PIP hatte jahrelang billiges Industriesilikon für Brustimplantate verwendet - zertifiziert vom TÜV Rheinland. Der ist nun zu 60 Millionen Euro Schadenersatz verurteilt worden. Ob er die wirklich zahlen muss, scheint aber fraglich.

Der TÜV Rheinland ist in Frankreich erneut wegen mangelhafter Brustimplantate der Firma PIP zur Zahlung von Schadenersatz verurteilt worden. Es geht um die Summe von insgesamt 60 Millionen Euro. Das Handelsgericht im südfranzösischen Toulon entschied, jede der 20.000 Klägerinnen solle 3000 Euro erhalten.

TÜV Rheinland soll 60 Millionen Euro Schadensersatz zahlen
tagesschau 20:00 Uhr , 20.01.2017, Jens Eberl, WDR

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Der TÜV kündigte umgehend Berufung gegen das Urteil an. Er wies darauf hin, dass eine ähnliche Entscheidung des gleichen Gerichts 2015 vom Berufungsgericht aufgehoben wurde.

Ähnliches Urteil 2015 aufgehoben

Bereits im November 2013 hatte das Handelsgericht von Toulon den TÜV zur Zahlung von Schadenersatz an 1700 betroffene Frauen und an mehrere Händler verurteilt. Das Gericht hielt dem TÜV vor, gegen seine "Kontroll- und Aufsichtspflichten" verstoßen zu haben. Das Berufungsgericht in Aix-en-Provence hob das Urteil aber 2015 auf und erklärte, der TÜV habe seine Kontrollpflichten erfüllt und "keinen Fehler" begangen.

Der TÜV hat stets betont, selbst von PIP getäuscht worden zu sein. Tatsächlich wurde PIP-Gründer Jean-Claude Mas in zwei Prozessen des Betrugs an den betroffenen Frauen und am TÜV schuldig gesprochen.

Der inzwischen insolvente französische Hersteller Poly Implant Prothèse (PIP) hatte jahrelang billiges Industriesilikon für seine Implantate verwendet. Weltweit wurden zehntausenden Frauen PIP-Implantate eingesetzt, in Deutschland waren es Schätzungen zufolge rund 6000 Frauen. Der TÜV hatte das Herstellungsverfahren bei PIP zertifiziert, nicht aber die Silikonkissen selbst kontrolliert.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. Januar 2017 um 16:00 Uhr.

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