Angela Merkel mit Alexis Tsipras

Merkel macht Druck auf Tsipras "Jetzt zählt jeder Tag"

Stand: 11.06.2015 17:28 Uhr

Es war der x-te Griechenland-Gipfel - doch Fortschritte brachte das Treffen zwischen Merkel, Hollande und Tsipras gestern Abend wieder nicht. Nun erhöht die Kanzlerin den Druck und mahnt: "Es zählt jetzt jeder Tag." Andere werden noch deutlicher.

Im Schuldenstreit mit Griechenland hat Kanzlerin Angela Merkel die Regierung in Athen aufgefordert, "mit Hochdruck" an einer Einigung mit den internationalen Geldgebern zu arbeiten. "Ich hoffe, dass das jetzt auch die notwendigen Fortschritte bringt", sagte Merkel in Brüssel. Dort war sie gestern Abend mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras und dem französischen Präsidenten François Hollande zusammengetroffen. Greifbare Ergebnisse brachte das rund zweistündige Gespräch keine.

Beim Treffen habe Einigkeit geherrscht, "dass Griechenland jetzt mit Nachdruck und Hochdruck weiter mit den drei Institutionen arbeiten wird, um alle offenen Fragen möglichst zu klären", sagte Merkel und bekräftigte: "Es zählt jetzt jeder Tag."

Alexis Tsipras (links) und Jean-Claude Juncker
galerie

Seine Beziehung zu Alexis Tsipras sei "gut", meint Jean-Claude Juncker.

Heute traf sich Tsipras erneut mit EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. Das Gespräch sei freundlich, wichtig und interessant gewesen, sagte Juncker. Laut EU-Kommission erläuterte er Tsipras einen möglichen Prozess mit den Geldgebern, der eine rechtzeitige und für beide Seiten akzeptable Lösung ermögliche. Beide Politiker wollten in den kommenden Tagen im engen Kontakt bleiben. Tsipras ergänzte, er arbeite mit den Gläubigern an einer Lösung im Schuldenstreit, die nachhaltig für die griechische Bevölkerung sei.

Das zuletzt angespannte Verhältnis zwischen Juncker und Tsipras verbesserte sich offenbar. "Unsere Beziehungen sind gut", sagte Juncker.

Eine Kuh macht Mühe

"Die Kuh muss vom Eis, aber sie rutscht dauernd aus. Wir versuchen sie heute wieder anzuschieben."
EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker

"Keine Zeit für Glücksspiele"

EU-Ratspräsident Donald Tusk sagte, bereits das Treffen der Finanzminister der Eurozone kommende Woche könne über das Schicksal Griechenlands entscheiden. "Es ist keine Zeit für Glücksspiele", sagte Tusk. "Die griechische Regierung muss, denke ich, etwas realistischer sein." Ohne Durchbruch könne es sonst in den kommenden Tagen heißen: "Das Spiel ist vorbei."

Noch deutlicher äußerte sich Bundesbankchef Jens Weidmann. "Die Zeit läuft ab und das Risiko einer Insolvenz nimmt täglich zu", sagte der Notenbanker laut Redetext bei einer Veranstaltung in London. Zwar seien die Ansteckungseffekte bei einem solchen Szenario inzwischen besser eingedämmt als in der Vergangenheit. "Sie sollten aber nicht unterschätzt werden."

Gipfeltreffen in Brüssel bleibt erneut erfolglos
tagesschau 17:00 Uhr, 11.06.2015, Christian Feld, ARD Brüssel

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Gericht kassiert Rentenkürzung

Vor dem gestrigen Brüsseler Treffen hatte es mehrere schlechte Nachrichten für die Regierung Tsipras gegeben. Das Oberste Gericht verpflichtete den Staat zur Rücknahme von Rentenkürzungen aus dem Jahr 2012. Das damalige Gesetz sei verfassungswidrig, urteilte der Staatsrat. Die Renten müssen zwar nicht rückwirkend angehoben werden. Gleichwohl wird der öffentliche Haushalt durch die Rücknahme der Kürzungen künftig Schätzungen zufolge um 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich belastet.

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) senkte unterdessen die Kreditbewertung Griechenlands weiter herab. Die Bonitätsnote sank von "CCC+" auf "CCC". Damit rutscht das Land weiter in den sogenannten Ramschbereich ab, der Staatsanleihen für Anleger als hochriskant kennzeichnen soll.

Griechenland droht Ende Juni die Staatspleite. Die Auszahlung einer weiteren Hilfstranche von 7,2 Milliarden Euro hängt von weiteren Reformen des Landes ab. Die Verhandlungen darüber mit der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) waren ins Stocken geraten.

Griechenland noch nicht gerettet
K. Küstner, NDR Brüssel
11.06.2015 16:58 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Darstellung: