"Deepwater Horizon"-Katastrophe BP verklagt Halliburton auf 20 Milliarden Dollar

Stand: 03.01.2012 11:15 Uhr

Fast zwei Jahre nach der Explosion der Bohrplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko hat der britische Ölkonzern BP seinen damaligen US-Partner Halliburton erneut verklagt. BP verlangt laut Klageschrift von dem Ölfeld-Dienstleister eine Entschädigung für die Beseitigung der Umweltschäden, für entgangene Gewinne und alle anderen Kosten im Zusammenhang mit der Katastrophe. Eine konkrete Zahl zur Höhe der geforderten Zahlung wollte ein BP-Sprecher nicht nennen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete allerdings unter Berufung auf Gerichtsdokumente, dass sich die Forderung auf 20 Milliarden Dollar belaufe, umgerechnet etwa 15,5 Milliarden Euro.

Streit um Verantwortung von Halliburton

BP und der US-Konzern Halliburton streiten sich darüber, wer an der Katastrophe die Hauptschuld trägt. Bei den Vorwürfen gegen Halliburton geht es darum, dass das Bohrloch auf dem Meeresgrund nicht sachgemäß abgedichtet und dabei möglicherweise minderwertiger Zement verwendet worden sei. Halliburton lieferte unter anderem den Zement zur Abdichtung des Bohrlochs.

BP hatte bereits im vergangenen Jahr Schadensersatzklagen gegen Halliburton und den Bohrinsel-Betreiber Transocean eingereicht. Beide Unternehmen reichten daraufhin Gegenklagen ein. In seiner Bilanz 2010 hatte BP die Kosten für die Ölpest im Golf von Mexiko auf 40,9 Milliarden Dollar beziffert. Der Konzern hatte Milliarden von Dollar in einen Hilfsfonds eingezahlt. Bislang gab das Unternehmen nach eigenen Angaben etwa 14 Milliarden Dollar für die Beseitigung des Öllecks, für die Reinigung der Küste und die Entschädigung der Betroffenen aus.

Drei Monate lang floss Öl ins Meer

Bei der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" im April 2010 waren elf Arbeiter ums Leben gekommen. Durch das Unglück entstand ein Leck am Bohrloch, aus dem fast 90 Tage lang Erdöl ins Meer strömte – insgesamt etwa vier Millionen Barrel. Mehrere Versuche, das Leck zu schließen, schlugen zunächst fehl. Weite Teile der US-Küste am Golf von Mexiko wurden verschmutzt. Die Rettungsaktionen waren ein PR-Desaster für BP. Nach anhaltender Kritik am Krisenmanagement kündigte Konzernchef Tony Hayward im Sommer 2010 einen Rücktritt an.

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