BP Öl

Nach Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko BP zahlt 4,5 Milliarden Dollar Strafe

Stand: 15.11.2012 22:14 Uhr

Der britische Ölkonzern BP und die US-Behörden haben sich auf eine Strafzahlung in Höhe von 4,5 Milliarden US-Dollar für die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko geeinigt. Das teilte das Unternehmen mit. Die Zahlungen seien über einen Zeitraum von sechs Jahren zu leisten.

Das ist die höchste Strafe, die je ein Unternehmen in den USA bezahlen musste. Bisheriger Rekordhalter war das Pharmaunternehmen Pfizer mit 1,2 Milliarden Dollar. Die Strafe beinhaltet Forderungen des US-Justizministeriums in Höhe von vier Milliarden Dollar. Weitere 525 Millionen Dollar muss BP an die US-Börsenaufsicht SEC zahlen. Im Gegenzug wird das Strafverfahren eingestellt. Die Einigung muss noch von einem Gericht bestätigt werden.

Mit der Einigung erkennt BP seine strafrechtliche Verantwortung für die Katastrophe an. Der britische Konzern erklärte, man bedauere die Todesfälle im Zusammenhang mit dem Unfall auf der "Deepwater Horizon" im April 2010 und die Auswirkungen der Ölpest auf die Golfküste. "Wir entschuldigen uns für unsere Rolle bei dem Unfall", sagte BP-Chef Bob Dudley.

Anklage gegen drei BP-Mitarbeiter

US-Justizminister Eric Holder sprach von einem historischen Vergleich. Er betonte aber, die juristische Aufarbeitung der Tragödie sei nicht beendet.

In der Tat klagte die US-Justiz drei BP-Verantwortliche an. Zwei der Angeklagten waren demnach für BP in leitender Funktion auf "Deepwater Horizon" im Einsatz. Trotz Warnungen über Probleme mit der Ölquelle hätten beide Männer nicht angemessen gehandelt, um die Explosion zu verhindern. Sie müssen sich unter anderem wegen Totschlags, grober Fahrlässigkeit und Umweltvergehen verantworten.

Angeklagt wurde auch ein Ex-BP-Manager, der Falschaussagen über das Ausmaß der Ölpest gemacht haben soll. Er habe die Menge des aus dem defekten Bohrloch ins Meer fließende Öl bewusst zu niedrig angesetzt. Dabei habe er Ermittler und den Kongress belogen. "Das Unternehmen ist schuldig, aber es waren Einzelne, die diese Verbrechen begangen haben", sagte der stellvertretende US-Justizminister Lanny Breuer.

Monatelang floss Öl ins Meer

Die explodierte Bohrinsel im Golf von Mexiko. | Bildquelle: dpa
galerie

Am 20. April 2010 explodierte vor der Küste des US-Bundesstaates Louisiana die Ölbohrplattform Deepwater Horizon.

Bei der Explosion der Förderplattform "Deepwater Horizon" im April 2010 waren elf Menschen gestorben. Fast 90 Tage floss unkontrolliert Öl ins Meer, weil BP das Leck nicht stopfen konnte. Die Ölpest hinterließ enorme Schäden in der Natur sowie für die Fischerei und den Tourismus. Das US-Justizministerium geht davon aus, dass BP und seine Partnerfirmen grob fahrlässig gehandelt hatten. Nach BBC-Informationen steht mindestens vier BP-Mitarbeitern eine Festnahme bevor.

Bisher hatte BP den Vorwurf der groben Fahrlässigkeit und des mutwilligen Fehlverhaltens entschieden zurückgewiesen. Im Streit um Schadenersatzforderungen verschärften die USA zuletzt allerdings den Ton gegenüber dem Konzern deutlich. Das Justizministerium zog mit einem vernichtenden Urteil über Sicherheitskontrollen gegen die Briten ins Feld.

38 Milliarden Dollar für die Kosten der Katastrophe

BP hatte in seiner Bilanz 38 Milliarden Dollar für die Kosten der Katastrophe zurückgestellt. 14 Milliarden mussten die Briten bereits an Reparatur- und Reinigungskosten zahlen, etwa für das Stopfen des Lecks. Neun Milliarden Dollar wurden bereits an private Kläger ausgezahlt. Auf die Zahlung weiterer 7,8 Milliarden Dollar hat sich das Unternehmen mit Vertretern Tausender Kläger geeinigt. Diese Summe ist noch nicht ausgezahlt und bedarf noch der gerichtlichen Bestätigung.

Die wirtschaftlichen Nachwirkungen des Desasters im Golf von Mexiko haben BP als Unternehmen schwer getroffen. Zeitweise rutschte der Konzern in die Verlustzone. Der Konzern trennte sich von seinem Vorstandsvorsitzenden Tony Hayward und ersetzte den Briten durch Dudley. Die neue Führung beschloss, zur Bezahlung des Schadens Unternehmensteile im Wert von mehr als 30 Milliarden US-Dollar abzustoßen.

Darstellung: