Energie Schlote

Prognose von BP Energieverbrauch wird kräftig steigen

Stand: 11.02.2016 01:16 Uhr

Die Welt wird laut einer Studie des britischen Ölkonzerns BP in 20 Jahren rund ein Drittel mehr Energie verbrauchen als heute. Dazu werden weiterhin fossile Energieträger den Löwenanteil beitragen, auch wenn der Energiemix sich verändern wird.

Von Jens-Peter Marquardt, ARD-Studio London

Während die Verbraucher sich freuen, geht es den Mineralölkonzernen schlecht. Die niedrigen Ölpreise machen den Multis wie Shell und BP schwer zu schaffen. Sie haben angekündigt, Tausende weitere Arbeitsplätze zu streichen. Doch der Abwärtstrend wird nicht ewig anhalten.

Bei der Vorstellung des neuen Energy Outlook kündigte BP-Chef Bob Dudley eine Trendwende an: "Wir sind mitten in einem ausgedehnten und schweren Rückgang der Öl- und Gaspreise, dem schlimmsten, den ich in den 36 Jahren meiner Tätigkeit in dieser Industrie erlebt habe. Die Anpassung daran ist schmerzhaft, und die Schwäche des Marktes wird wohl auch noch eine gewisse Zeit anhalten, aber nicht ewig."

Energiebedarf steigt

Denn für die kommenden 20 Jahre erwarten die BP-Analysten einen deutlichen Anstieg der Nachfrage nach Energie. Und das heißt auch wieder einen Anstieg der Preise. Weltweit werde der Energieverbrauch im Jahr 2035 um ein Drittel höher sein als heute. Und auch wenn derzeit die chinesische Wirtschaft schwächelt - es werden die asiatischen Staaten, einschließlich China, und die übrigen Schwellenländer sein, die dieses Wachstum treiben. Die OECD-Länder, zu denen Deutschland gehört, werden dagegen kaum noch zum Anstieg des Energieverbrauchs beitragen.

Klaus-Rainer Jackisch, HR, zur Studie über Energieverbrauch
tagesschau24 16:30 Uhr, 10.02.2016

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Mehr Gas, weniger Kohle

Auch in 20 Jahren werden die fossilen Energien nach dieser Prognose immer noch den mit Abstand größten Anteil liefern, nämlich 80 Prozent. Doch der Mix der fossilen Energien wird sich ändern: Der Gasanteil wird stark steigen, Öl in etwa konstant bleiben, der Verbrauch von Kohle stark zurückgehen. Die erneuerbaren Energien werden sich nach Ansicht der BP-Experten vervierfachen - doch auch 2035 werden sie erst einen Anteil von knapp zehn Prozent erreichen, wenn man von der Wasserkraft absieht.

Der Anteil der Atomenergie werde insgesamt stabil bleiben, sagt BP Chefökonom Spencer Dale: "In den traditionellen Märkten wie Europa und den Vereinigten Staaten wird in den kommenden Jahren ein altes Atomkraftwerk nach dem anderen abgeschaltet. Aber China treibt den Ausbau der Atomenergie rasant voran. Dort wird in den kommenden zwanzig Jahren alle drei Monate ein neues Atomkraftwerk ans Netz gehen."

Mehr CO2-Ausstoß

Was den Klimawandel angeht, haben die BP-Experten eine gute und eine schlechte Nachricht. Der Ausstoß von Kohlendioxid werde zwar nicht mehr so schnell steigen wie in den vergangenen Jahren - aber trotzdem werden im Jahr 2035 rund 20 Prozent mehr Kohlendioxid ausgestoßen als heute. Zu viel, um den Menschen weitere politische Schritte für den Klimaschutz zu ersparen, so Chefökonom Dale.

BP prognostiziert steigenden Energieverbrauch
J.-P. Marquardt, ARD London
11.02.2016 10:01 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. Februar 2016 um 16:30 Uhr.

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