Die explodierte Bohrinsel im Golf von Mexiko. | Bildquelle: dpa

Nach Explosion der "Deepwater Horizon" BP zahlt Milliarden wegen Ölpest

Stand: 02.07.2015 17:36 Uhr

Der Ölkonzern BP hat sich mit der US-Justiz auf Schadensersatzzahlungen wegen der Ölpest nach der Explosion der "Deepwater Horizon" im Jahr 2010 geeinigt. 18,7 Milliarden Dollar fließen an die Regierung in Washington und fünf Bundesstaaten - verteilt über 18 Jahre.

Fünf Jahre nach der Explosion der Bohrplattform "Deepwater Horizon" und der folgenden Ölpest im Golf von Mexiko hat sich der Energiekonzern BP mit dem US-Justizministerium auf Schadensersatzzahlungen geeinigt. Insgesamt überweist BP demnach 18,7 Milliarden Dollar - umgerechnet etwa 16,8 Milliarden Euro - an die Regierung in Washington sowie an die fünf Bundesstaaten Alabama, Florida, Louisiana, Mississippi und Texas sowie an 400 kommunalen Verwaltungen. Der Konzern hat 18 Jahre Zeit, um das Geld in verschiedenen jährlichen Raten zu zahlen.

Die Gesamtsumme setzt sich nach Unternehmensangaben aus 5,5 Milliarden Dollar für zivilrechtliche Strafen, 7,1 Milliarden Dollar an Schadensersatz für Umweltschäden sowie 4,9 Milliarden Dollar zum Ausgleich für wirtschaftliche Schäden zusammen. Eine weitere Milliarde Dollar ist für örtliche Behörden vorgesehen.

BP-Aktienkurs steigt nach Einigung deutlich

Logo des Ölkonzerns BP | Bildquelle: REUTERS
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Aus Sicht der BP-Aktionäre ist die Einigung ein gutes Verhandlungsergebnis.

US-Justizministerin Loretta Lynch begrüßte die Einigung. Werde diese von den Gerichten bestätigt, handele es sich - bezogen auf die Schadensersatzsumme - um das größte jemals mit einem Unternehmen geschlossene Abkommen in der US-Geschichte, erklärte sie. Die Einigung erfolgte, bevor ein Bundesrichter eine Strafe festlegte. "Das ist ein realistisches Ergebnis, das allen Beteiligten Klarheit und Sicherheit gibt", sagte BP-Vorstandschef Bob Dudley. Damit seien die größten Haftungsfälle des Unfalls für den Konzern gelöst. Die nun gefundene Einigung mit der US-Justiz stieß bei den BP-Anteilseignern auf Wohlwollen. Der Kurs der in London notierten BP-Aktien stieg um 4,4 Prozent.

Dem Konzern stehen jetzt noch Zahlungen an Privat- und Geschäftsleute auf zivilrechtlicher Ebene bevor. Zwar hatte sich das Unternehmen bereits 2012 mit einem Kreis von rund 100 000 Einzelklägern auf die Zahlung von 7,8 Milliarden Dollar an Entschädigung verständigt. Zahlreiche Unternehmen und Privatleute schlossen sich dieser Sammel-Einigung jedoch nicht an und verfolgen ihre Ziele nun gesondert.

Elf Menschen starben nach Explosion der "Deepwater Horizon"

Bei der Explosion der BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon" im Golf vom Mexiko kamen im April 2010 elf Arbeiter ums Leben. 473 Millionen Liter Erdöl strömten ins Meer. 87 Tage dauerte es, bis BP das Leck schließen konnte. Die Küsten von fünf US-Bundesstaaten wurden verseucht, der Fischfang und der Tourismus an der Golfküste schwer geschädigt.

BP einigt sich mit US-Regierung auf Schadenersatz
S. Pieper, ARD London
02.07.2015 17:59 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Juli 2015 um 20:00 Uhr.

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