BP Öl

Ölkatastrophe im Golf von Mexiko Muss BP 13 Milliarden Euro Schadensersatz zahlen?

Stand: 25.02.2013 04:05 Uhr

Knapp drei Jahre nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko geht der juristische Streit weiter: Von heute an muss sich der britische BP-Konzern in einem Zivilprozess vor einem US-Gericht verantworten. Im Gespräch ist eine Schadensersatzsumme von rund 13 Milliarden Euro.

Von Sabrina Fritz, SWR-Hörfunkstudio Washington

US-Medien sprechen bereits von einem der größten Zivilprozesse in der Geschichte des Landes. In dem Verfahren geht es darum, welchen Schaden die Ölkatastrophe anrichtete und wer wie viel Entschädigung dafür bekommt. Im Gespräch ist eine Schadensersatzsumme von rund 13 Milliarden Euro.

Gegen BP klagen die Vereinigten Staaten von Amerika, Umweltschutzorganisationen und fünf Bundesstaaten, darunter Alabama, Louisiana und Mississippi. Sie müssen beweisen, welchen Schaden das Öl im Wasser, an der Küste und im Tierreich anrichtete. Fast drei Monate lief es ins Meer.

Stefan Niemann (ARD) zur Klage gegen BP
tagesschau24 18:30 Uhr, 25.02.2013

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Schäden für die Natur nicht abzusehen

Stuart Smith, einer der Klägeranwälte schätzt, dass die Staaten mit mehreren Hundert Millionen Dollar Schadensersatz rechnen können. Die Zerstörung in Louisiana sei enorm gewesen. "Heute ist am Golf von Mexiko von der Verschmutzung so gut wie nichts mehr zu merken. Es kann aber Jahrzehnte dauern, bis wir wirklich wissen, wie die Natur geschädigt wurde", sagt Chris Canfield von der Umweltschutzorganisation National Audubon Society.

Zur zweiten Klägergruppe gehören Privatpersonen, Fischer und Kleinbetriebe. Sie klagen wegen des finanziellen Schadens, den sie durch die Katastrophe erlitten. Viele konnten monatelang nicht arbeiten.

Milliardenstrafe bereits akzeptiert

Mit dem Zivilprozess würde für BP das letzte Kapital der Umweltkatastrophe beginnen. Der Ölkonzern akzeptierte bereits eine Strafe von mehr als drei Milliarden Euro, unter anderem wegen Totschlags an elf Menschen, die bei der Explosion ums Leben gekommen waren. Außerdem ließen sich mehr als 200.000 Bewohner auf einen Vergleich ein und wurden bereits entschädigt.

Auch der heutige Prozess kann noch in letzter Minute platzen, sollten sich die Vereinigten Staaten und der britische Ölkonzern doch noch auf einen Vergleich einigen. Sollte der Prozess stattfinden, muss der Richter unter anderem entscheiden, ob die Explosion ein Unglück war oder ob BP grob fahrlässig handelte und wichtige Sicherheitsvorkehrungen unterließ. Es wird auch darum gehen, welche Mitschuld andere Firmen haben, wie zum Beispiel der Besitzer der Ölplattform, die Schweizer Firma "Transocean".

Zudem wird die schwierigste Frage zu klären sein, wie viel Millionen Liter Öl überhaupt ins Meer flossen. Auch davon hängt ab, wieviel BP für die größte Ölkatastrophe in den USA zahlen muss. Denn nach dem US-Gesetz für sauberes Wasser müsste der Konzern für jeden Liter Öl, der ins Meer floss, rund 25 Euro Schadenersatz zahlen. 

Worum geht es in dem BP-Prozess?
S. Fritz, SWR Washington
24.02.2013 18:08 Uhr

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