Logo des Autozulieferers Bosch | Bildquelle: AP

Mutmaßliches Autokartell Auch Bosch an Absprachen beteiligt?

Stand: 28.07.2017 11:21 Uhr

Beim Kartellamt ist ein weiterer VW-Schriftsatz mit Details zu möglichen Absprachen zwischen den fünf Autobauern Audi, BMW, Daimler, Porsche und VW eingegangen. Nach "Spiegel"-Informationen wird darin auch der Zulieferer Bosch erwähnt.

Der Zulieferer Bosch soll bei dem mutmaßliche Autokartell mitgemischt haben. Konkret habe Bosch dabei geholfen, eine sogenannte Dosierstrategie für AdBlue zu entwickeln, melden "Spiegel" und "Bild am Sonntag" übereinstimmend.

Eine sparsame Dosierung führt dazu, dass die Stickoxide weniger gereinigt werden, Abgasgrenzwerte möglicherweise nur auf dem Teststand eingehalten werden und auf der Straße nicht mehr.

"Alle wollen eine Limitierung"

Nach einem Treffen von Daimler, BMW, Audi, Volkswagen und Bosch am 19. Oktober 2006 hielt dem "Spiegel"-Bericht zufolge ein VW-Manager fest: "Alle wollen eine Limitierung" der AdBlue-Einspritzung "wegen der begrenzten Größe der Harnstofftanks. Keiner will die wahre Motivation dieser Limitierung den Behörden (CARB, EPA) berichten."

CARB und EPA sind die US-Umweltbehörden, die neun Jahre später den Dieselskandal enthüllten und Volkswagen, Audi und Porsche Betrug nachweisen konnten.

Die deutschen Autobauer VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler sollen sich in vielen Technikstandards abgesprochen haben. | Bildquelle: dpa
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Die deutschen Autobauer VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler sollen sich in vielen Technikstandards abgesprochen haben.

Strategien auch für Korea

Der neue VW-Schriftsatz ist der insgesamt siebte Nachtrag seit Juni 2016. In dem Papier hat VW weitere Fälle dokumentiert, bei denen es in den rund 60 Arbeitsgruppen der fünf deutschen Autohersteller zu möglichen Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht gekommen ist.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins haben die Autobauer auch versucht, sich über die Abgasstrategie auf dem koreanischen Markt abzustimmen, nachdem Modelle von Mercedes bei Tests der koreanischen Behörden auffällig geworden waren.

So wollten die Autobauer verhindern, dass die koreanischen Behörden eigene Tests und Zulassungsverfahren einführten, weil die deutschen Dieselfahrzeuge den Anforderungen nicht gewachsen waren.

Keine Stellungnahme

Keiner der Autokonzerne wollte sich zu Details äußern. BMW teilte mit, dass nicht jeder Informationsaustausch zwischen im Wettbewerb befindlichen Unternehmen unzulässig sei. Bosch sagt: Dem Unternehmen seien keine Details zu den Vorgängen bekannt.

Christine Adelhardt, NDR, zum Diesel-Skandal
tagesschau24 11:00 Uhr, 28.07.2017

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 28. Juli 2017 um 11:00 Uhr.

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