Logo des Autozulieferers Bosch | Bildquelle: AP

Anlasser-Fertigung verkauft Bosch-Traditionssparte geht nach China

Stand: 02.05.2017 14:56 Uhr

Autozulieferer Bosch hat seinen Geschäftsbereich "Starter und Generatoren" nach China verkauft. Das asiatischen Käuferkonsortium kündigte an, alle Beschäftigten übernehmen zu wollen. In Deutschland sollen die Mitarbeiter entscheiden dürfen, ob sie lieber bei Bosch bleiben.

Die seit 1914 bestehende Anlasser-Sparte des Autozulieferers Bosch wird nach China verkauft. Ein entsprechender Vertrag mit einem asiatischen Konsortium sei unterzeichnet worden, teilte Bosch mit. Die Käufer des Bereiches Starter und Generatoren (SG) sind der Zulieferer ZMJ (Zhengzhou Coal Mining Machinery Group) und die Investmentfirma China Renaissance Capital Investment als Kapitalgeber. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Zuvor hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" darüber berichtet.

Wahrscheinlich keine kartellrechtliche Bedenken

Die  Kartellbehörden müssen dem Kauf noch zustimmen. Wettbewerbsbedenken dürfte es aber nicht geben - zwar stellt ZMJ ebenfalls Starter und Generatoren her, gehört aber nicht zu den Branchengrößen wie Denso aus Japan und Valeo aus Frankreich. ZMJ ist vor allem in Asien tätig und Bosch mit SG vor allem in Europa.

Bosch hatte den Verkauf damit begründet, man sei in der Sparte zu klein, um langfristig im Wettbewerb bestehen zu können. ZMJ-Chef Chengyao Jiao sagte, man freue sich darauf, "das Geschäft mit dem bestehenden Managementteam in den schnell wachsenden, aufstrebenden Märkten auszubauen. Durch die bessere regionale Aufstellung, vor allem in Asien, könne das SG-Geschäft "nachhaltig und profitabel" ausgebaut werden. Man wolle nach Nordamerika und China expandieren, um weltweit Marktführer für Starter und Generatoren zu werden.

Mehr als 1000 Arbeitsplätze in Deutschland betroffen

In dem Bereich Starter und Generatoren, der auch Start-Stopp-Systeme und kleine Elektromotoren produziert, arbeiten knapp 7000 Mitarbeiter, davon gut 1000 in Deutschland. Nach vielen Verlustjahren schrieb er 2015 wieder Gewinne. Jeder SG-Mitarbeiter in Deutschland muss seinem Wechsel unter das Dach der Neueigentümer zustimmen, kann aber auch entscheiden, beim Mutterkonzern Bosch zu bleiben.

Die Käufer kündigten an, alle Bosch-Mitarbeiter übernehmen zu wollen. Vertreter des Konsortiums stellten sich Fragen der Belegschaft in der Firmenzentrale Schwieberdingen bei Stuttgart, am Mittwoch wollen sie im Werk im niedersächsischen Hildesheim auftreten.

Über dieses Thema berichteten am 02. Mai 2017 tagesschau24 um 15:40 Uhr und NDR Info um 14:41 Uhr.

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