Chipfabrik geplant Bosch zieht es nach Dresden

Stand: 19.06.2017 20:21 Uhr

Autos fahren am 13.05.2014 bei Stuttgart (Baden-Württemberg) auf der Autobahn A8 unter einer Brücke mit dem Bosch-Logo entlang.
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Bosch-Logo in Stuttgart - demnächst offenbar auch in Dresden. | Bildrechte: dpa

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (r, CDU) und Dirk Hoheisel, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, geben sich in Berlin nach einer gemeinsamen Pressekonferenz im Bundeswirtschaftsministerium die Hand.
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Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Dirk Hoheisel, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, gaben die Investiton am Montag in Dresden offiziell bekannt. | Bildrechte: dpa

Der Autozulieferer Bosch baut in Dresden für eine Milliarde Euro eine Chipfabrik. Das bestätigte die Unternehmensleitung. Laut Bosch handelt es sich um die größte Investition in der mehr als 130-jährigen Firmengeschichte. Konkret geht es um eine Chipfabrik für die 300 Millimeter-Sensortechnologie. Bosch betreibt bereits eine Chipfabrik in Reutlingen und ist ein führender Sensorenhersteller. "Wichtig für uns ist, dass wir Halbleiter selbst machen", sagte Bosch-Geschäftsführer Dirk Hoheisel.

Dresden habe sich in einer globalen Auswahl gegen andere Standorte durchgesetzt, so Hoheisel. "Wir haben wirklich weltweit geschaut und uns dann für Dresden entschieden." Den Ausschlag hätten dabei nicht nur für Fördergelder gegeben, sondern unter anderem auch die Nähe zu Forschungseinrichtungen und die Erfahrung der Region im Halbleiterbereich, betonte er. Dresden gilt als ein Zentrum für Halbleiter, Hersteller wie Infineon sind dort bereits präsent.

Sensoren, Sensoren, Sensoren...

In Dresden plant Bosch die Produktion von Chips für Sensoren. Sie sollen bei der digitalen Vernetzung von Dingen zum Einsatz kommen. Außerdem ist der Einbau von Sensoren in Autos geplant, vor allem in Airbags. Die Entwicklung von Sensoren ist laut Bosch aber noch nicht abgeschlossen. So sollen in Dresden später auch sogenannte intelligente Sensoren hergestellt werden. Sie könnten dann etwa Alarm schlagen, wenn ein Auto droht umzukippen. Intelligente Sensoren seien ein Riesengeschäft, erklärte Bosch.

Die Dresdner Chipfabrik von Bosch
Investitionen von Boschca. 1 Milliarde Euro 
Fördermittel des Bundesca. 200 Millionen Euro 
Fördermittel des Landes Sachsenbis zu 100 Millionen Euro 
Baubeginnspätestens 2018 
Produktionsstart2021 
Arbeitsplätze700 

Mit der Bekanntmachung weiteren Fakten hielten sich alle Beteiligten zurück. So bleibt unklar, wann die Einstellung der Mitarbeiter beginnen soll. Nicht geklärt sind auch die fachlichen Voraussetzungen, die die Bewerber mitbringen müssen. Auf die Frage von Journalisten, ob Bosch angesichts des Fachkräftemangels überhaupt damit rechne, die nötigen 700 Mitarbeiter zu finden, sagte Dirk Hoheisel von der Geschäftsführung: "Das ist kein Problem. Die bekommen wir schon zusammen."

Auch der genaue Standort des Werks in Dresden bleibt unklar. Laut Stadtverwaltung ist noch keine Entscheidung gefallen. Zur Auswahl stünden mehrere Standorte im Dresdner Norden.

Erste Reaktionen aus Berlin und Sachsen

Bundeskanzlerin Angela Merkel
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Bundeskanzlerin Angela Merkel | Bildrechte: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte die Entscheidung zur Ansiedlung in Dresden. "Dass diese Produktion nun am Mikroelektronik-Cluster Dresden aufgebaut wird, ist ein starkes Signal für den Industriestandort Deutschland, zugleich auch für Europa. Die Halbleitertechnik ist Schlüsseltechnologie für das Internet der Dinge und für vernetzte Mobilität. Europa muss Vorreiter in diesem innovativen Feld sein."

Martin Dulig
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Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig | Bildrechte: dpa

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig hat die Pläne zur Ansiedlung von Bosch in Dresden begrüßt: "Das ist eine wunderbare Nachricht für ganz Sachsen und für die gesamte deutsche Wirtschaft." Die Halbleiterindustrie sei eine Schlüsseltechnologie. Das Land Sachsen ringe um den Ausbau der Kompetenzen in dieser Technologie.

Dirk Hilbert
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Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert | Bildrechte: dpa

Auch Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert zeigte sich überglücklich: "Dass Bosch hier bei uns in Dresden dermaßen weitreichend in die Zukunft investiert, verstehen wir als großen Vertrauensbeweis". Hilbert zog Parallelen zu den Ansiedlungen von Siemens und AMD in den 1990er-Jahren.

Neue Chipfabrik: Bosch investiert eine Milliarde in Dresden
Der Technologiekonzern Bosch baut in Dresden eine neue Chipfabrik. 700 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Damit investiert das Unternehmen in eine Technologie, die weit über Sachsen hinaus von Bedeutung sein wird.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio und Fernsehen:

MDR SACHSEN - das Sachsenradio | 19.06.2017 | ab 6:30 Uhr MDR SACHSENSPIEGEL | 19.06.2017 | 19:00 Uhr

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