Auch Bosch steigt bei Desertec aus

Wieder Rückschlag für Wüstenstrom-Projekt

Auch Bosch steigt bei Desertec aus

Solarkraftwerk in Kalifornien (Bildquelle: picture alliance / www.photon-pi)
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So wie dieses Solarkraftwerk in Kalifornien soll auch das Desertec-Projekt Strom aus Sonnenenergie liefern.

Das Wüstenstrom-Projekt Desertec verliert nach Siemens auch Bosch als Unterstützer. Die Mitgliedschaft laufe nach drei Jahren zum Jahresende aus, sagte eine Sprecherin und bestätigte damit einen Bericht der "Financial Times Deutschland". Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ließen nichts anderes zu.

Die Desertec-Planungsfirma Dii bestätigte der Zeitung das Ende der Zusammenarbeit mit Bosch. "Wir bedauern den Schritt", sagte ein Sprecher. Der Initiative gehören derzeit 21 Gesellschafter und 36 Partner an. Nach Angaben von Dii soll die Zahl der assoziierten Unternehmen durch Neueintritte bis zum Jahreswechsel leicht ansteigen.

Bosch ist bei Desertec über die Maschinenbau-Tochter Bosch Rexroth engagiert. Die Tochter kämpft jedoch mit wirtschaftlichen Problemen. An den Standorten Schweinfurt und Lohr am Main wurde bereits Kurzarbeit vereinbart. Unternehmenskreisen zufolge wird darüber auch am Standort Elchingen bei Ulm mit dem Betriebsrat verhandelt.

Auch Siemens verabschiedet sich wegen eigener Probleme

Siemens hatte ebenfalls angekündigt, sich zum Jahresende von der Wüstenstrom-Initiative abzuwenden. Der Konzern beendet zugleich seinen verlustreichen Ausflug in die Solarenergie-Technik. Im Zuge des anstehenden Sparprogramms soll das Geschäft verkauft werden. Bei den erneuerbaren Energien will sich Siemens auf Wind- und Wasserkraft konzentrieren.

Die Desertec Foundation ist eine globale Initiative und wurde Anfang 2009 als gemeinnützige Stiftung gegründet. An dem Desertec-Planungskonsortium Dii sind unter anderem E.ON, RWE, die Deutsche Bank und der Versicherer Munich Re beteiligt. Den Desertec-Plänen zufolge soll Europa künftig einen Teil seines Stroms emissionsfrei in den Wüsten Nordafrikas gewinnen. Ein erstes Kraftwerk ist in Marokko geplant und bereits in den Vorbereitungen weit fortgeschritten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau24 am 23. Januar 2013 um 10:35 Uhr.

Stand: 12.11.2012 20:41 Uhr

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