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Entscheidung des Bundeskartellamts Aus für booking.com-Bestpreisklauseln

Stand: 23.12.2015 10:48 Uhr

Bislang ist es so: Wenn Hotels beim Marktführer booking.com vorkommen wollen, dürfen sie ihre Zimmer woanders nicht billiger anbieten. Das schränkt den Wettbewerb ein, meint das Kartellamt - und hat diese Praxis jetzt verboten. Booking.com drohen harte Strafen.

Das Bundeskartellamt hat dem deutschen Ableger des Buchungsportals Booking.com die sogenannten Bestpreisklauseln verboten. Diese schränkten den Wettbewerb zwischen bestehenden Portalen wie auch zwischen Hotels ein, begründete die Aufsichtsbehörde ihre Anordnung. Booking.com ist Marktführer in Deutschland und Europa.

Bestpreisklauseln verpflichten die Herbergen, bei einzelnen Online-Dienstleistern etwa den jeweils niedrigsten Hotelpreis, die höchstmögliche Zimmerverfügbarkeit und die jeweils günstigsten Buchungs- und Stornierungskonditionen anzubieten. Booking.com hatte dem Kartellamt eine modifizierte Version angeboten, nachdem Hotels zwar auf anderen Portalen günsigere Konditionen anbieten können - nicht aber auf ihrer eigenen Seite.

Wegen der Klauseln bestehe praktisch kein Anreiz für die Hotels, ihre Zimmer auf einer neuen Plattform günstiger anzubieten, wenn sie diese Preissenkungen auf ihren eigenen Seiten nicht anbieten dürften, kritisierte die Behörde. "Ein erkennbarer Vorteil für den Verbraucher ist damit nicht verbunden", erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Booking.com müsse die Vorgaben bis Ende Januar aus den Verträgen entfernen, "soweit sie Verträge in Deutschland betreffen".

Booking.com kann beim OLG Düsseldorf gegen die Entscheidung Berufung einlegen.

Das Kartellamt hatte Booking.com bereits im März abgemahnt und aufgefordert, seine Vertragspraxis zu ändern. Doch auch die im Juli eingeführten enger gefassten Klauseln untersagte die Behörde.

Kartellamt untersagt Bestpreisklausel für Hotelbuchungen
tagesschau 20:00 Uhr, 23.12.2015, Demian von Osten, WDR

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Massive Strafe droht

Der Hotelverband Deutschland begrüßte "das konsequente und umfassende Einschreiten des Bundeskartellamts außerordentlich". Die Entscheidung sei ein "wichtiger Schritt zur Wiedererlangung der unternehmerischen Entscheidungsfreiheit". Der Verband hatte das Verfahren im Herbst 2013 mit einer Anzeige gegen das Buchungsportal ausgelöst.

Durch Bestpreisklauseln lassen sich Internetportale von Hoteliers im Gegenzug für ihre Vermarktungsleistung zusichern, dass diese ihre freien Zimmer nirgendwo günstiger oder zu anderweitig besseren Konditionen anbieten. Sie wollen damit ausschließen, dass Verbraucher bei Konkurrenten oder bei Direktbuchungen in den teilnehmenden Hotels auf günstigere Angebote stoßen.

Website von booking.com
galerie

Website von booking.com: Das Unternehmen vermittelt laut eigenen Angaben in 200 Staaten Zimmer.

Einschränkungen schon für HRS

Bestpreisklauseln hatte das Kartellamt bereits dem Wettbewerber HRS verboten. Die Behörde strebte deshalb schon aus Gründen der Gleichbehandlung am Markt an, dass die HRS-Konkurrenten ihre Verträge ebenfalls ändern. Ein Kartellamtsverfahren gegen Expedia läuft noch.

Preisvergleichs- und Buchungsplattformen im Internet haben als Vertriebskanal auch in der Hotelbranche enorm an Bedeutung gewonnen.

Booking.com ist eine in Amsterdam ansässige Tochter der US-Gruppe Priceline, die sich auf internet- sowie App-basierte Reise- und Urlaubsdienstleistungen spezialisiert hat. Booking.com betreibt laut eigenen Angaben Büros in mehr als 60 Ländern und vermittelt Hotelzimmer in mehr als 200 Staaten.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. Dezember 2015 um 11:00 Uhr.

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