Deutsche Bahn fordert 350 Millionen Euro von Bombardier

Berliner S-Bahn

Nach Berliner S-Bahn-Chaos

Deutsche Bahn verklagt Zughersteller Bombardier

Die Deutsche Bahn hat eine Schadensersatzklage gegen den Zughersteller Bombardier eingereicht. Wegen "schwerer Mängel" an Zügen der Berliner S-Bahn verlangt das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 350 Millionen Euro. Die Versuche, in den vergangenen Monaten mit einem Vergleich zu einer Einigung zu kommen, seien gescheitert, teilte die Deutsche Bahn mit.

Logo der Deutschen Bahn an der Konzernzentrale (Bildquelle: AFP)
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Die Deutsche Bahn fordert von Bombardier 350 Millionen Euro.

Seit 2009 kämpft die Berliner S-Bahn mit großen Schwierigkeiten. Um die technische Probleme an den Zügen in den Griff zu bekommen, musste viel Geld investiert werden. Nach Darstellung der Deutschen Bahn wurden die Räder und Radsatzwellen der Züge durch eine neue Konstruktion ersetzt. In der Folge sei es auch notwendig gewesen, Bremsanlagen und Motoren teilweise auszutauschen. Über die von der Deutschen Bahn erhobenen Schadensersatzansprüche muss nun das Landgericht Berlin entscheiden.

Bombardier: Gewährleistung 2007 ausgelaufen

Bombardier wies die Ansprüche bezüglich der S-Bahn-Reihe 481 als unbegründet und rufschädigend zurück. Die Gewährleistung sei schon 2007 im gegenseitigen Einvernehmen mit der Bahn ausgelaufen, sagte ein Unternehmenssprecher. Bis dahin seien die Züge zu über 98 Prozent einsatzbereit gewesen. Zudem sei die Berliner S-Bahn von Beginn an für Wartungsarbeiten allein verantwortlich gewesen. Für Bombardier selbst sei zu keinerlei Wartung oder Reparatur verpflichtet gewesen. "Wir sind allerdings der Ansicht, dass ein langer Rechtsstreit nicht im Interesse beider Unternehmen ist", sagte der Bombardier-Sprecher weiter. "Daher zeigen wir uns offen für weitere Gespräche."

Derzeit laufen bereits zwei weitere Gerichtsverfahren, in denen die Deutschen Bahn wegen Mängeln an anderen Zügen von Bombardier hohe Summen fordert. Nach Konzernangaben geht es dabei um rund 160 Millionen Euro.

Stand: 04.03.2013 12:30 Uhr

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