Waggonbau bei Bombardier (Archivbild) | Bildquelle: dpa

Bombardier streicht 2200 Jobs Der Zug ist abgefahren

Stand: 29.06.2017 15:35 Uhr

Weltweit will der Zughersteller Bombardier Tausende Arbeitsplätze abbauen - bislang aber war unklar, wo und wie viele genau. Jetzt ist der Konzern konkret geworden. Ein Viertel der Jobs in Deutschland, etwa 2200 Stellen, wird gestrichen.

Der Zughersteller Bombardier Transportation streicht in den nächsten Jahren bis zu 2200 seiner 8500 Arbeitsplätze in Deutschland. Bis 2019 solle es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Alle sieben Produktionsstandorte sollen erhalten bleiben. Der Personalabbau verteile sich über alle Werke. Mehrheitlich seien jedoch Görlitz in Sachsen und Hennigsdorf in Brandenburg betroffen.

Geplant ist der Stellenabbau bis 2020. Die genaue Zahl hänge von der Marktentwicklung und dem Auftragseingang ab, hieß es. Unter den bis zu betroffenen 2200 Arbeitsplätzen seien etwa 700 Leiharbeiter.

Straßenbahnen für Berlin werden im Bombardier-Werk in Hennigsdorf (Brandenburg) montiert. Hunderte Stellen in Deutschland sollen wegfallen | Bildquelle: dpa
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Straßenbahnen für Berlin werden im Bombardier-Werk in Hennigsdorf (Brandenburg) montiert. Hunderte Stellen in Deutschland sollen wegfallen

"Fit für die Zukunft"

"Wir müssen uns neu aufstellen", sagte Deutschlandchef Michael Fohrer. "Mit dieser Aufstellung werden wir Innovationen fördern und uns fit für die Zukunft machen." Ziel sei es, die Standorte stärker zu spezialisieren. Aufsichtsratschef Wolfgang Tölsner betonte, die Eckpunkte für den Umbau seien in dem Kontrollgremium einvernehmlich beschlossen worden.

Mit Flugzeugen ins Minus

Das kanadische Mutterunternehmen war durch eine aus dem Ruder gelaufene Flugzeugentwicklung in Schwierigkeiten geraten. Wegen dieser Probleme im Flugzeuggeschäft steckt der Bombardier-Konzern in den roten Zahlen.

Mittelstreckenflieger CS300 von Bombardier | Bildquelle: AP
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Unter den Neuheiten der zivilen und militärischen Luftfahrt wird auch der Mittelstreckenflieger CS300 des kanadischen Herstellers Bombardier gezeigt.

Vergangenes Jahr hatte Bombardier erklärt, man werde weltweit 7500 Stellen streichen - 5000 davon sollten in der Bahntechnik wegfallen, die ihren Schwerpunkt in Deutschland und den Hauptsitz in Berlin hat. Die Zugsparte macht insgesamt zwar Gewinn, die Bilanz der deutschen Landesgesellschaft war jedoch über Jahre negativ.

Der Sanierungskurs hatte auch die Bundesregierung auf den Plan gerufen. Der damalige Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte sich eingeschaltet und die Bedeutung der Industriearbeitsplätze für Deutschland betont.

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