Das Bild zeigt ein Flugzeug des Typs A320neo beim Start. | Bildquelle: AFP

Airbus 320neo Ärger mit dem Verkaufsschlager

Stand: 12.02.2018 18:15 Uhr

Eigentlich ist der spritsparende Airbus A320neo ein Verkaufsrenner. Wären da nicht die fortwährenden Probleme mit den Antriebsaggregaten eines Zulieferers. Neue Nachrichten dazu könnten auch die Aktie belasten.

Im vorbörslichen Montagshandel verliert der Titel zwar nur 0,9 Prozent, das könnte aber auch an der guten Nachricht zum Riesenvogel A380 liegen. Dessen Produktion, die schon vor dem Aus stand, bekommt durch einen weiteren Auftrag von der arabischen Airline Emirates quasi eine Fristverlängerung: Emirates habe am Sonntag in Abu Dhabi die feste Bestellung von 20 Exemplaren des weltgrößten Passagierjets A380 unterzeichnet, teilte Airbus am Sonntag mit. Zudem gibt es eine Kaufoptionen auf weitere 16 Exemplare des Riesenfliegers. Ohne den Auftrag hätte Airbus die Produktion des doppelstöckigen Flugzeugs früher oder später einstellen müssen.

Neue "Ereignisse"

Ganz anders die Lage beim kleineren A320neo. Der findet bei der Kundschaft, den weltweiten Airlines, reißenden Absatz und ist der sich am schnellsten verkaufende Passagierjet der Welt. Doch weiterhin plagen Airbus Probleme mit den Triebwerken des Herstellers Pratt & Whitney. Hitze- und Softwareprobleme hatten bereits in den vergangenen Jahren die Auslieferungen der spritsparenden Maschinen verzögert.

Funktionäre aus den Emiraten gehen eine Treppe vor einem A380 herunter. | Bildquelle: AFP
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Emirates hat die feste Bestellung von 20 Exemplaren des weltgrößten Passagierjets A380 unterzeichnet.

Nun scheint es, als stünden erneut Hiobsbotschaften von dem Zuliefererunternehmen an. Am Freitagabend berichtete Airbus von "Ereignissen an einer Nabe des Hochdruckverdichters", die "genaue Untersuchungen" notwendig machten. Airbus hat deswegen auch die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA eingeschaltet, die betroffenen Fluggesellschaften seien benachrichtigt worden.

Alternativ-Triebwerke von GE

Rund die Häfte der A320neo-Maschinen ist mit den problematischen Antrieben ausgestattet. Pratt & Whitney ist eine Tochtergesellschaft des US-Konzerns United Technologies. Der Rest der A320neo-Produktion ist mit Triebwerken von CFM ausgestattet. Das Unternehmen ist ein Gemeinschaftsunternehmen von General Electric (GE) und der französischen Safran.

Weitere Kursinformationen zu Airbus

Die Aktie von Airbus, die sowohl im MDax in Deutschland als auch im europäischen Auswahlindex EuroStoxx 50 notiert, hat in den vergangenen Monaten immer wieder einmal kurzfristig unter schlechten Nachrichten im Zusammenhang mit Triebwerksproblemen gelitten. Der generelle Trend bei dem Titel zeigt allerdings dank insgesamt guter Geschäftsentwicklung weiterhin nach oben: Binnen zwölf Monaten hat die Airbus-Aktie rund 20 Prozent an Wert gewonnen.

AB

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete NDR 90,3 am 27. Juli 2017 um 10:00 Uhr.

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