BMW-Zentrale in München

Betrugsverdacht Razzia in BMW-Zentrale

Stand: 20.03.2018 16:23 Uhr

Abgasmanipulation auch bei BMW? Es sei nur eine Software in die falschen Modelle gespielt worden, versichert der Autobauer. Doch die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Betrugsverdachts und ließ die Konzernzentrale durchsuchen.

Die Münchner Staatsanwaltschaft hat die BMW-Zentrale durchsucht und Ermittlungen wegen Betrugsverdachts bei der Abgas-Reinigung eingeleitet. Der bayerische Autobauer hatte im Februar mitgeteilt, dass rund 11.000 Dieselautos mit einer falschen Abgas-Software ausgestattet worden seien. "Es besteht der Anfangsverdacht, dass die BMW AG eine prüfstandsbezogene Abschalteinrichtung verwendet", teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Bei der Razzia durchsuchten rund 100 Polizisten und Staatsanwälte Räume in der Konzernzentrale, im Forschungs- und Innovationszentrum in München und im Dieselmotorenwerk im österreichischen Steyr.

BMW spricht von "Zuordnungs-Fehler"

Die Durchsuchungen stünden "im Zusammenhang mit einer fehlerhaft zugeordneten Software", so ein BMW-Sprecher. Das Programm sei für die SUV-Modelle X5 und X6 entwickelt worden, aber irrtümlich auch auf zwei 5er- und 7er-Modelle aufgespielt worden. Dort funktioniere die Abgasreinigung dann nicht mehr korrekt. "Unverändert geht die BMW Group davon aus, dass es sich bei dem Vorfall um eine fehlerhafte Software-Zuordnung handelt und nicht um eine gezielte Manipulation der Abgasreinigung", ergänzte der BMW-Sprecher.

Ermittlungen "ganz am Anfang"

Die rund 11.000 Autos der Modelle M550d xDrive und 750d XDrive sollen nach Genehmigung durch das Kraftfahrtbundesamt zurückgerufen und mit der korrekten Software ausgestattet werden. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, die Ermittlungen "stehen erst ganz am Anfang".

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 20. März 2018 um 16:15 Uhr.

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