Zentrale der italienischen Bank Monte dei Paschi | Bildquelle: AFP

Italienische Banken So pleite war die Monte dei Paschi

Stand: 10.02.2017 10:56 Uhr

Mit einer Milliardenspritze stützt der italienische Staat die Krisenbank Monte dei Paschi. Wie nötig das frische Kapital ist, zeigen nun die neuesten Geschäftszahlen: Allein 2016 hat das Institut 3,4 Milliarden Euro Verlust gemacht.

Die italienische Krisenbank Monte dei Paschi hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 3,38 Milliarden Euro angehäuft und verfügt nur noch über Barmittel in Höhe von sieben Milliarden Euro. Das geht aus den veröffentlichten Bilanzzahlen hervor. Der italienische Staat hatte kurz vor Wiehnachten angekündigt, die Bank mit insgesamt 6,6 Milliarden Euro zu stützen.

Italiens drittgrößte Bank und das älteste Geldinstitut der Welt ächzt unter einem Berg fauler Kredite - Darlehen im Gesamtvolumen von rund 45 Milliarden Euro werden vermutlich nicht mehr vollständig zurückgezahlt. Diesen Berg konnte das Institut 2016 um rund vier Milliarden Euro abtragen, wie mitgeteilt wurde. Die Bank hatte bereits angekündigt, 2450 Mitarbeiter zu entlassen und jede vierte Filiale zu schließen.

Die EZB geht sogar von 8,8 Milliarden aus

Die Europäische Zentralbank schätzt den Kapitalbedarf der Monte dei Paschi auf insgesamt 8,8 Milliarden Euro. Bank-Chef Marco Morelli will in Kürze einen weiteren Sanierungsplan vorstellen.

Eine private Rettung der Bank war im Dezember fehlgeschlagen - darum sprang der der italienische Staate ein. Juristische ist die Stützungsaktion hochumstritten, weil sie streng genommen den neuen EU-Regeln zu Bankenrettungen widerspricht. Die EU-Kommission hat allerdings signalisiert, im Notfall Italien dabei zu unterstützen, eine Lösung im Einklang mit europäischem Recht zu gestalten.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 10. Februar 2017 um 06:41 Uhr

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