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30.05.2012

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Wirtschaft
Deutscher Manager Heins wird Blackberry-Chef
Führungswechsel bei RIM

Blackberry setzt auf Deutschen als Retter

Thorsten Heins (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Vorerst sind die Aussichten für Blackberry düster - nun hofft das Unternehmen unter Thorsten Heins auf die Kehrwende ]
Ein Deutscher rückt überraschend an die Spitze des Blackberry-Herstellers Research in Motion (RIM). Der bisher fürs Tagesgeschäft zuständige Thorsten Heins löst mit sofortiger Wirkung das zuletzt viel kritisierte Führungsduo Mike Lazaridis und Jim Balsillie ab, wie das Unternehmen am Sitz im kanadischen Waterloo mitteilte.

Damit endet eine Ära: Lazaridis und Balsillie hatten nicht nur RIM groß gemacht, sie hatten auch maßgeblichen Anteil daran, dass das Smartphone als solches populär geworden ist. Die E-Mail-Maschine Blackberry wurde zum Statussymbol der Manager weltweit.

Entwicklung verschlafen

Mit dem Siegeszug von Apples iPhone und später der Android-Smartphones sank der Stern jedoch. Die RIM-Spitze hatte den Trend hin zu berührungsempfindlichen Bildschirmen verschlafen; zudem hinken die Blackberrys in Sachen Multimedia dem iPhone und den Android-Smartphones hinterher. Zuletzt war der Umsatz zurückgegangen. Das erste Tablet Playbook wurde zum Ladenhüter und riss ein Loch von mehreren hundert Millionen Dollar in die Bilanz. Die Einführung eines neuen Betriebssystems, das die Geräte attraktiver machen soll, verzögert sich immer weiter.

Vor allem in den USA schrumpfen die Marktanteile seit längerem, der Umsatz ist zurückgegangen, und damit taumelte auch der Aktienkurs. Deshalb machten einflussreiche RIM-Aktionäre seit Monaten Balsillie und Lazaridis persönlich für die Pechsträhne verantwortlich und forderten Konsequenzen in der Führungsetage.

Sie forderten insbesondere eine Trennung der Posten des Konzerns- und des Verwaltungsratsvorsitzenden. Beide Posten hatten Balsillie und Lazaridis gleichzeitig inne und waren damit ihre eigenen Kontrolleure. Nun werden die Posten getrennt: Neben Heins tritt die Bankmanagerin Barbara Stymiest an die Spitze des Unternehmens und übernimmt den Verwaltungsratsvorsitz.

Heins hat sein Handwerk in der früheren Kommunikationssparte von Siemens gelernt, bevor er 2007 zu RIM wechselte. "Es gibt eine Zeit in der Entwicklung eines jeden Unternehmens, wo die Gründer die Notwendigkeit erkennen müssen, den Stab an eine neue Führung weiterzureichen", sagte Mitgründer Lazaridis. Er zieht sich auf den Posten des stellvertretenden Verwaltungsratschefs zurück. Balsillie, der später zu RIM dazugestoßen war, wird einfaches Mitglied des Kontrollgremiums.

Stand: 23.01.2012 08:02 Uhr
 

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